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Nordrhein-Westfalen : Uniklinik-Beschäftigte demonstrieren für Entlastungstarifvertrag

  • Aktualisiert am

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst begrüßt demonstrierende Pflegekräfte der Uniklinik Düsseldorf Bild: dpa

Seit drei Wochen befinden sich die Beschäftigten der sechs Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen im Streik für eine Tarifvertrag Entlastung. Das Verständnis dafür sei vorhanden, die Pflegekräfte allerdings nicht.

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          Hunderte Beschäftigte der sechs Unikliniken in Nordrhein-Westfalen haben wegen der hohen Belastung im Gesundheitswesen erneut für bessere Arbeitsbedingungen gestreikt. Mehr als 550 Teilnehmende demonstrierten nach Gewerkschaftsangaben am Dienstag in Bonn. Sie zogen vom Eingang des Klinikums bis zum Poppelsdorfer Platz, wo am Mittag die Abschlusskundgebung stattfand.

          Die Demonstranten wollten damit weiter Druck auf die Arbeitgeber ausüben, um einen „Tarifvertrag Entlastung“ zu erwirken. In Bonn demonstrierten nicht nur Pflegekräfte, sondern beispielsweise auch Beschäftigte im Krankentransport oder der Logistik. Auch in Essen und Münster fanden in der vergangenen Woche Demonstrationen der Uniklinik-Beschäftigten statt.

          Angespannte Lage in den Kliniken

          An der Uniklinik Essen nähmen im Schnitt täglich rund 250 Beschäftigte an dem Streik teil, teilte die Klinik mit. Hinzu kämen Erkrankungen und Quarantänen wegen Covid-19. Derzeit seien knapp zwei Drittel der OP-Säle geschlossen. „Die Lage ist medizinisch gesehen angespannt, da wir deutlich mehr OP-Ressourcen bräuchten, um alle Notfälle und dringlichen Operationen zeitnah zu erledigen“, hieß es. Viele Eingriffe ließen sich auch nicht beliebig verschieben. Momentan sei noch völlig unklar, wann die Klinik zum Regelbetrieb zurückkehren könne.

          Auch die Uniklinik Köln hat Patienten vor weiteren Einschränkungen durch den bis zum 26. Mai verlängerten Uniklinikstreik in Nordrhein-Westfalen gewarnt. Die Auswirkungen seien weiter groß, teilte die Uniklinik vergangenen Dienstag mit. Die Klinik habe das OP-Programm drastisch reduziert, es gebe weiter erhebliche Verzögerungen bei terminierten und bei ambulanten Behandlungen.

          Verhandlungen bisher nicht zufriedenstellend

          Im seit Wochen andauernden Tarifkonflikt hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Beschäftigten erneut zu Streiks aufgerufen. Nachdem sich lange nichts bewegt hatte, fand am 20. Mai eine erste Verhandlungsrunde zwischen Verdi und den Vorständen der sechs Unikliniken Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf, Essen und Münster statt. Aber es ruckelt noch gewaltig zwischen den Parteien. „Von uns aus sollte das alles schneller gehen“, sagte Verdi-Sekretär Arno Appelhoff der Deutschen Presse-Agentur in Bonn.

          Weitere Verhandlungstage waren für den (heutigen) Dienstag sowie Mittwoch (25.5.) und kommenden Dienstag (31.5.) geplant. Für den morgigen Mittwoch (11.00 Uhr) hat Verdi zu einer Pressekonferenz ins Streikzelt am Uniklinikum Essen eingeladen, um über den Stand der Verhandlungen zu informieren.

          Die Beschäftigten der sechs Unikliniken in NRW sind seit 21 Tagen im Streik für eine Tarifvertrag Entlastung. Sie fordern verbindliche Personalbemessungen für alle Arbeitsbereiche an den Kliniken und einen Belastungsausgleich für unterbesetzte Schichten. Für das Ziel gibt es auf der Arbeitgeberseite durchaus Verständnis. Allerdings fehlen am Markt weiterhin insbesondere Pflegekräfte.

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