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Kolumne „Nine to five“ : Wasser marsch!

  • -Aktualisiert am

Videokonferenzen ermöglichen einen tiefen Blick ins Glas. Bild: dpa

Interessant, was sich in Videokonferenzen über die Trinkgewohnheiten der Kollegen erfahren lässt. Manch einer fühlt sich zu unbeobachtet.

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          Das Kaffeetrinken im Büro ist meistens eine schnöde Angelegenheit: rein in die Kaffeeküche, Kaffeetasse auswählen, Kaffeemaschine anschmeißen oder am Kaffeeautomaten eine Taste drücken und dann runter mit Cappuccino, Wiener Melange oder was auch immer. Wer was trinkt, ist egal, denn alle sind sich einig, dass es zu Hause besser schmeckt, beim Barista um die Ecke sowieso. Manchmal fällt das Wort „Plörre“.

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kaffeetrinken in Homeoffice-Videokonferenzen ist anders. Weil jeder weiß, dass hier Genuss eine Chance hat, und interessant ist, wer sich was gönnt. Die Espressotassendichte etwa scheint höher. Ist auch kein Wunder, denn in der Büroautomatenvariante ist der kleine Wachmacher der minderwertigste unter vielen minderwertigen Kaffees. Da lässt sich daheim mit der Siebträgermaschine leicht mehr rausholen. Allerdings ist der Homeoffice-Kaffeekonsum nicht frei von Schummeleien. Das ist amtlich, seit eine Kollegin verraten hat, dass sie ihren Humpen, der sich vor der Kamera so gut macht, oft zweckentfremdet. Der sieht zwar nach stilvollem Kaffeegenuss aus, ist aber bis oben hin voll mit Cola. Soll nur keiner merken.

          Das sah eine Kollegin kürzlich anders – und damit zur letzten Episode aus der Rubrik „Büromenschen in freier Wildbahn und ihre Trinkgewohnheiten“. Hier ging es um Wasser. Dass Männer bei diesem Getränk gerne ihre Gier ausleben und Flaschen in einem Zug runterstürzen, ist bekannt. Die Kollegin aber fühlte sich in der Videokonferenz offenbar unbeobachtet und ließ es ebenfalls laufen. Ob aus Sorge vor Dehydrierung oder wegen einer überheizten Wohnung: Jedenfalls leerte sie ihre Flasche so zügig wie ein Marathonläufer nach dem Zieleinlauf. Erster Gedanke: Respekt! Zweiter: Schade, dass sie keinen Applaus bekommen hat.

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