https://www.faz.net/-gyl-9jc9g

Kolumne „Nine to five“ : Buckeln für die Bürogesundheit

  • -Aktualisiert am

Zwei Studenten der San Francisco State University zeigen die extra krumme Haltung. Bild: dpa

Krumme Haltung vor dem Laptop – dagegen gibt es einen Trick, sagt eine Studie. Der Trick allerdings klingt irgendwie paradox.

          1 Min.

          Die besten Vorsätze zum neuen Jahr haben sich spätestens Anfang Februar meist in Wohlgefallen aufgelöst. Vor allem jene, die darauf abzielen, gesünder zu leben. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Daran ist kaum zu rütteln. Vor allem was körperliche Mühen betrifft, ist er schlichtweg bequem – wer hier ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein (sofern die Armmuskulatur das tatsächlich hergibt).

          Um den menschlichen Geist beziehungsweise den inneren Schweinehund zu überlisten, bemühen manche Menschen gerne das Konzept der sogenannten „umgekehrten Psychologie“. Kurz gefasst bedeutet das nichts anderes, als das Gegenteil von dem zu propagieren oder zu tun, was eigentlich erreicht werden soll. Einen ähnlichen Denkansatz verfolgt übrigens auch die psychotherapeutische Methode der „paradoxen Intervention“: Was der Therapeut rät, steht scheinbar im genauen Gegensatz zu den therapeutischen Zielen, die erreicht werden sollen. Derlei Denkmuster sind allerdings umstritten, wandeln sie doch am schmalen Grat zur Manipulation.

          Bitte einmal extrakrumm sitzen!

          Doch manchmal heiligt der Zweck die Mittel. Das haben sich wohl Forscher der San Francisco State University mit Blick auf den Homo sedens, den dauersitzenden Büromenschen, gedacht. Sie gaben ihm unlängst in dem interdisziplinären Journal „Biofeedback“ den Rat, täglich 30 Sekunden mit extrakrummem Rücken vor dem Bildschirm zu verharren, um danach möglicherweise auftretenden Schmerzen nachzuspüren und so eine Sensibilität für diese schlechte Haltung zu entwickeln.

          125 Studenten waren zuvor zu der unbequemen Haltung angehalten und dann befragt worden, was sich verändert hatte. Dadurch kamen die Forscher zu der bahnbrechenden Erkenntnis, dass die Buckelei „irgendeine Art Schmerz im Kopf, Nacken oder in den Augen“ erzeugte. Klingt irgendwie paradox? Mag sein. Doch man sollte der Wissenschaft eine Chance geben. Ab morgen täglich Currywurst in der Kantine, um sich daran zu erinnern, dass Salat eigentlich viel gesünder wäre.

          Weitere Themen

          Dax-Konzernchefs verdienen weniger

          Studie : Dax-Konzernchefs verdienen weniger

          Die Gehälter der Chefs der 30 größten Konzerne in Deutschland sind im vergangenen Jahr um 2 Prozent gesunken. Das betrifft allerdings nur die gewährten und nicht die ausgezahlten Gehälter.

          Fast niemand will mehr Manager werden

          Studie : Fast niemand will mehr Manager werden

          Es breitet sich die Manager-Müdigkeit aus: Beruflich wollen in Zukunft nur noch wenige eine Führungsposition übernehmen, wie eine neue Studie zeigt. Die Autoren mahnen die Unternehmen auf zu handeln.

          Topmeldungen

          Keine harmlosen Helfer für lästige Alltagsdinge, sondern schleichende Eroberer unseres Willens

          KI und Datenhoheit : Wie wir schleichend unseren freien Willen aufgeben

          Die „Leibeigenen“ des 21. Jahrhunderts sind wir: Der französische Philosoph Gaspard Koenig bereist und analysiert die Welt der Künstlichen Intelligenz. Am Ende gibt es nur eine Rettung: Dateneigentum.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.