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„Nine to five“-Kolumne : No Smiley, no Party!

Lust auf einen virtuellen Sekt oder doch lieber einen analogen? Bild: dpa

Die Arbeitsagentur lädt zur „Twitterparty“ ein. Was folgt, ist ein Behördendialog mit virtuellen Häppchen, Kuchen und Sekt-Emojis.

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          Was tun, wenn die Bundesagentur für Arbeit (BA) ihre Pressesprecher aus ganz Deutschland zum Kommunikationskongress in die Zentrale nach Nürnberg lädt? Na, klar, eine Twitterparty schmeißen! Analoger veranlagten Zeitgenossen stellt sich da freilich die Frage: Was soll das bitte sein? Im Kern ging es wohl darum, auf Twitter über die Vor-und Nachteile der Kommunikation über Twitter zu sprechen.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Schließlich wird die Arbeitsagentur in den Sozialen Medien oft genug Ziel von allerlei Unmut und Pöbelei. Da kann es nicht schaden, wenn das Presseteam mal ganz freundlich-fröhlich das Twittern übt, mögen sich die Verantwortlichen gedacht haben.

          Um das professionelle Klassentreffen in Gang zu bringen, fragte also das Social Media-Team der Arbeitsagentur in einem Post: „Sagen Sie uns einfach: Was bringt Ihnen Twitter?“ Die rauschende #Twitterparty uferte allerdings recht schnell zu einem digitalen Behördendialog aus. Da grüßte etwa das – ebenfalls in Nürnberg ansässige – Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mal eben die Nachbarn und erklärte, man twittere „u.a. über gesellschaftliche #Vielfalt, #Asyl, #Migration und #Integration“, natürlich garniert mit fröhlichem Smiley, denn: no Smiley, no Party, weiß ja jeder.

          Virtuelle Häppchen für alle!

          Die Antwort der BA folgte prompt: „Hallo nach drüben! Schön, dass Ihr unsere Pressesprecher grüßt! Alles Gute weiterhin...“. So viel Harmonie ist man als gewöhnlicher Social-Media-Nutzer gar nicht gewöhnt. Natürlich feiern auch das Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB) mit und die Minijob-Zentrale. Und das „Unternehmens Forum“ konstatiert: „Talking via Twitter ist unverzichtbar“. Findet die BA natürlich auch. Außerdem mache Twitter einfach Spaß, wie der Verband der Metallindustriellen Niedersachsens anmerkt.

          Und dann drehen die Beamten so richtig auf: Eine Nutzerin, (sie scheint BA-Mitarbeitern zu sein) „schmeißt“ im Überschwang eine Runde Kuchen, also einen Link zu einem Marmorkuchen-Rezept in den Thread. Ein anderer Twitterer schlägt „virtuelle Häppchen“ vor. Einer fragt auch, ob die Arbeitsagentur wohl mit Tupperdosen zur Twitterparty komme. Bekanntlich endet aber auch die tollste Party und der Gastgeber darf sich ans Aufräumen machen, so auch die BA. Das „virtuelle Spülen der Sektgläser“ muss schließlich irgendwer übernehmen. Darüber kann man aber ja erst einmal ganz analog diskutieren.

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