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Nine to five : Die Freuden der Brillenträger

Keine Chance mehr für Langeweile am Arbeitsplatz: Mit virtueller Realität in neue Welten abzutauchen klingt verführerisch. Bild: dpa

Was wäre eigentlich, wenn man sich mitten am Arbeitstag eine Virtual Reality Brille aufsetzte und einfach mal dem langweiligen Meeting entflöhe? Oder der öden Telefonkonferenz? Verlockend! Und riskant.

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          Virtuelle Welten können ja unglaublich faszinierend sein. Man setzt eine Brille auf und prompt ist man unter Wasser inmitten eines Korallenriffs oder befindet sich im Jahr 2250. Da kann man schon ins Träumen geraten! Was wäre es zum Beispiel, wenn man eine solche Brille mitten am Arbeitstag aufsetzte, im nächsten Meeting? Während Kollege Maier sich in einem halbstündigen Vortrag voller Füllwörter langsam zum Ziel tastet, könnte man virtuell schon mal den Tag im Garten ausklingen lassen, bei Vogelgezwitscher und zwischen blühenden Gänseblümchen. So braucht man auch die chaotischen Folien vom Kollegen Maier nicht anzuschauen. Lesen kann man da eh nichts, der nimmt immer Schriftgröße 10.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Oder vielleicht könnte man auch die Mittagspause mal virtuell in diesem hippen indischen Restaurant verbringen, statt in der grauen Betriebskantine? Das Chicken Tandoori dort soll absolut hervorragend... – Nein, nein, stopp! Schlechte Idee. Tandoori Chicken virtuell – das ist mit Sicherheit noch ungewürzter als die ungelenken Versuche des Betriebskantinen-Kochs. Außerdem sind null Kalorien dann vielleicht doch zu wenig, um durch den Büro-Nachmittag zu kommen.

          „Bereit für die Pole Position“

          Dann lieber während des nächsten geschäftlichen Telefongesprächs die Virtual-Reality-Brille aufsetzen! Das Gegenüber schwadroniert von Strategie und Kosten, die Brille versetzt einen – zack – ins Cockpit eines blitzschnellen Rennautos. Wenn Sie beim Telefonieren den Faden verlieren, machen Sie einfach eine Bemerkung über Ihr derzeitiges virtuelles Erlebnis. Sagen Sie etwa, „dass wir uns gerade in einem ganz besonders spannenden Überholmanöver befinden“ oder, dass wir „bereit sind für die Pole Position“. Passt meist in geschäftliche Kontexte und fällt mit etwas Glück kaum auf.

          Falls Sie doch zu weit abgetaucht sind und sich im Büro in eine unangenehme Lage gebracht haben: Auch da wirkt die Brille wahre Wunder! Sie könnten sich einfach mal jetzt schon in den Urlaub katapultieren. Auch wenn Sie vielleicht eigentlich noch zwei Wochen zu arbeiten haben: Sand zwischen den Zehen, Sonne auf dem Bauch, nicht mal Sonnencreme ist nötig. Sie finden es schade, dass Sie trocken bleiben beim Schwimmen im Meer? Nix da! So wie Sie gerade klingen, sind Sie bestimmt sogar zu faul zum Abtrocknen! Nein? Dann los, runter mit der Brille, noch ein bisschen durchhalten im Büro und in zwei Wochen mit gutem Gewissen die echten Koffer packen. Die Virtual-Reality-Brille können Sie dann getrost zu Hause lassen.

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