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Kolumne „Nine to five“ : Am Stück chatten, nicht geschnitten!

Wie viele Whatsapp-Nachrichten braucht es für eine Kantinen-Verabredung? Eine sollte doch wohl reichen! Bild: Reuters

Pling, pling, pling, pling, pling! Manchmal ist die digitale Kommunikation ein Fluch. Vor allem, wenn Absender beim Chatten nach fast jedem Wort den „Senden“-Knopf drücken.

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          Die digitale Kommunikation ist ein Segen. Dank Smartphones und Programmen wie Whatsapp, iMessage, Facebook Messenger oder Twitter war es noch nie so einfach, innerhalb von Sekunden mit Menschen rund um die Welt in Kontakt zu treten. Die digitale Kommunikation ist aber auch ein Fluch, und das liegt vor allem daran, wie manche Menschen kommunizieren. Denn viele Chatprogrammnutzer nehmen das Wort „Chatprogramm“ viel zu wörtlich und beantworten mit Blick auf ihr Mitteilungsbedürfnis die klassische Käsethekenfrage ziemlich eindeutig: Geschnitten, nicht am Stück!

          Aus einer Botschaft zur Kantinenverabredung mit Anrede, Frage in der Mitte und Grußformel am Schluss werden mindestens fünf Einzelnachrichten. „Hallo“ – senden! „Martin“ – senden! „warst Du schon essen?“ – senden! „Bis dann“ und der Name des Absenders bekommen noch einmal jeweils eine eigene Nachricht.

          Die Konsequenz: Statt einmal klingelt oder vibriert das Smartphone des Empfängers gleich fünfmal. Die Salamitaktik beim Tippen lässt jedoch den Empfänger wahnsinnig werden, zumal wenn sie während seiner Arbeitszeit angewendet wird. Jede neue eingehende Nachricht sorgt für Ablenkung, der Stresspegel steigt.

          Seltener die „Senden“-Taste zu drücken, tut nicht nur dem Daumen gut

          Jetzt ließe sich einwenden, dass zum Beispiel das äußerst beliebte Nachrichtenprogramm Whatsapp die Funktion bietet, einzelne Chats für acht Stunden, einen Tag oder gar ein ganzes Jahr stumm zu schalten. Smartphonenutzer können auch für jede App einzeln die gewünschten Benachrichtigungen definieren – und sogar ausstellen. Als letzte Maßnahme könnte man natürlich noch den Flugmodus am Handy anstellen, wenn denn wirklich gerade so viel zu tun ist. Doch das alles kann nicht die Lösung sein, steht doch zu befürchten, dass auf diese Weise wirklich wichtige Nachrichten verpasst oder zu spät wahrgenommen werden.

          Die Lösung liegt darin, zu chatten, wenn dafür Zeit und der Chatpartner bereit ist. Dann kann es auch zum kommunikativen Schlagabtausch kommen – gerne mit einer eigenen Nachricht für jedes Wort, jeden Punkt, jedes Ausrufzeichen! Doch sind die meisten Kommunikationsanlässe nicht dazu geeignet, Nachrichten zu zerlegen,

          Stichwort: Kantine. Eine kommunikative Entschleunigung täte somit nicht nur den Daumen gut, weil sie weniger häufig die „Senden“-Taste drücken müssten. Mit etwas mehr Gelassenheit zu kommunizieren wäre auch für den Sender selbst ein Gewinn. Wer sein Gegenüber nicht mit zerhackten Botschaften stresst, kann in der Regel mit einer freundlicheren Antwort rechnen.

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