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Künstliche Intelligenz : Glosse auf Knopfdruck

  • -Aktualisiert am

Was kommt wohl raus, wenn der Algorithmus Texte verfasst? Bild: dpa

Wegen Künstlicher Intelligenz haben viele Menschen Angst, ihre Arbeit zu verlieren. Auch Journalisten. Wir haben mal versucht, diesen Artikel von einem Automatismus schreiben zu lassen. Die Kolumne „Nine to five“.

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          Können schlaue Programme wirklich schon Tätigkeiten übernehmen, die uns normalerweise in den ganz berufsalltäglichen Stress versetzen? Wie wäre es zum Beispiel, wenn wir einfach einem Computer die Rolle übertrügen, hier und jetzt diesen Artikel zu schreiben?

          Eine schnelle Google-Recherche führt zu dem kostenlosen Programm Artikelschreiber.com. Klingt vielversprechend! In zwei Felder lassen sich Stichworte eintippen, anschließend soll man auf „Artikel erstellen“ klicken und warten. Gut, versuchen wir es mit diesen beiden: „Lustige Glosse“ und „für die Zeitung schreiben“.

          Tatsächlich: Schon wenige Minuten später hat das Programm einen Vorschlag entwickelt. Aus Platzgründen sei hier lediglich die Zusammenfassung des Textes präsentiert, den „Artikelschreiber.com“ ausgespuckt hat:

          „Seit dem zwölf Jahrhundert wurde speziell für ein Corpus oder einen Apparat interpretierender Glossen neben dem Plural auch der zusammenfassende Singular glos(s)a üblich. Im Rechtswesen meinte glos(s)a dagegen in erster Linie die von den italienischen Glossatoren bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts erstellte Standardglosse zum Corpus iuris civilis. Für beide, für die Glosse in der überregionalen Presse wie für die Lokalglosse, gilt gleichermaßen, dass ihre überzeugende oder unterhaltende Wirkung von der formal und inhaltlich leichten Eleganz des Textes abhängt, zu der eine verblüffende Überschrift, Wortspiele, Wissens- und Bildungshäppchen, ein überraschender Schlussgag und – vor allem – Komik beitragen.“

          Eine hübsche Definition, aber keine Glosse

          Nun ja, lieber Artikelschreiber.com, eine hübsche Definition ist das ja. Sprachlich auch einigermaßen lesbar. Aber eine Glosse? Bist du sicher, dass du einen Artikel produziert hast und nicht eher einen Eintrag für ein Lexikon? Statt „Bildungshäppchen“ sind das doch mal eher schwere Brocken. Komik? Schlussgag? Eleganz?

          Gut, der Fairness halber müssen wir anerkennen: Du willst gar keine Artikel schreiben, die Menschen lesen. Du willst Artikel schreiben, die Suchmaschinen finden; dafür wurdest Du ganz offensichtlich programmiert. Vielleicht aber wolltest du mir aber ganz unterschwellig auch sagen: „Sei nicht so faul. Schreib lieber selbst!“

          In der Kolumne „Nine to five“ schreiben wöchentlich wechselnde Autoren über die Kuriositäten des Arbeits- und Hochschulalltags.

          Nadine Bös
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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