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Kolumne „Nine to five“ : Vorsicht, Fußball!

  • -Aktualisiert am

Im Trainingslager der Nationalmannschaft Bild: dpa

Wenn in Russland bald der Ball rollt und der Weltmeister 2018 ermittelt wird, birgt das jede Menge Konfliktstoff am Arbeitsplatz. Und nicht nur wegen der Frage, wie viel WM während der Arbeitszeit erlaubt ist.

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          Der elementaren Frage des Berufslebens entkommt jetzt keiner mehr. Von Mitte Juni an lautet sie: Wie viel WM ist auf der Arbeit drin, wenn in Russland der Ball rollt und der Weltmeister 2018 ermittelt wird? Fernsehgeräte, Computerbildschirme, Tablets und Smartphones machen es Fußballfans schließlich leicht, egal wo sie arbeiten. Es sind trotzdem heikle Fragen, denn Fußball kann verbinden, aber auch trennen. Er kann sogar eine ganze Belegschaft aufscheuchen, als wäre sie – nur zwei von vielen möglichen Beispielen – die Abwehr des 1. FC Köln oder von Arminia Bielefeld. Es geht also um etwas, wenn Kollegen Kickern zusehen und über diese diskutieren oder streiten – und zwar über arbeitsrechtliche Erwägungen hinaus.

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Schon klar: Wer sich in der Arbeitszeit zu intensiv mit Fußball beschäftigt, dem droht Ärger. Sogenannte beschäftigungsfremde Tätigkeiten können, sofern sie zu viel Zeit rauben, zu Abmahnungen und Spuren in der Personalakte führen. Mitunter auch zu Duellen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor Gericht. Aber es steht mehr auf dem Spiel als Einzelschicksale. Es geht um das Funktionieren oder Nichtfunktionierten ganzer Unternehmen.

          Das ist nicht übertrieben. Man nehme nur die Legende vom blauen Montag. Höchstwahrscheinlich bleiben viele Menschen montags der Arbeit nicht fern, weil sie aus einem normalen ein etwas längeres Wochenende machen wollen – sondern weil die Wunden des vorherigen Bundesligaspieltags (zum Beispiel eine krachende Niederlage des Lieblingsteams) noch zu frisch sind und sie sich die Häme der Kollegen ersparen wollen. Oder weil sie es kaum ertragen können, dass der Schreibtischnachbar – eigentlich ein netter Kerl, aber dummerweise Fan eines unausstehlichen Vereins – Erfolge seiner sportlichen Lieblinge immer so penetrant nachbearbeiten muss. Als wären das Vereinswappen an der Pinnwand und das Bekennerfähnchen auf dem Schreibtisch nicht schon nervig genug.

          Hymne, Tattoos, Trainer - Debatten-Themen gibt es genug

          Vorsicht also mit dem Thema Fußball während der Arbeit! Zumal eine WM nicht weniger Gelegenheiten als die Bundesliga bietet, sich an den Kollegen zu reiben und die Arbeitszeit aus den Augen zu verlieren. Selbst dann, wenn es alle mit derselben Mannschaft halten.

          Ob Spieler X bei der deutschen Hymne zu maulfaul ist, Spieler Y es mit den Tattoos übertreibt oder der Trainer mal so richtig durchgreifen müsste – auch hier gibt es jede Menge Vorlagen für Debatten, Grüppchenbildung, Abgrenzungen. Mit anderen Worten: für beschäftigungsfremde Tätigkeiten.

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