https://www.faz.net/-gyl-8wnn7

Kolumne „Nine to five“ : Vorsicht, Chef in der Sauna!

  • -Aktualisiert am

In der Sauna schwitzen kann sehr entspannend sein - wenn man nicht gerade dem Chef über den Weg läuft. Bild: Picture-Alliance

Berufliches und Privates zu trennen - manchmal ist das leichter gesagt als getan. Denn Kollegen und Chefs können einem an allen möglichen und unmöglichen Orten über den Weg laufen.

          1 Min.

          Wer gerne Berufliches von Privatem trennt, sollte seine Freizeitaktivitäten am besten weit entfernt von seiner Wirkungsstätte nachgehen. Wer nimmt sich schließlich gern, und sei es nur im übertragenen Sinne, Arbeit mit nach Hause? Außerhalb des Büros möchte eigentlich jeder gern entspannen und nicht ständig daran erinnert werden, wie hoch sich die Akten bereits auf dem Schreibtisch stapeln. Oder wie bedrohlich die Schlagadern des Chefs bei seinem letzten Wutanfall angeschwollen sind.

          Der Arbeit im Privaten zu entkommen gleicht jedoch einem Hindernislauf. Erst vergangenen Samstag tauchte die Kollegin aus dem Controlling in der Drogerie wie aus dem Nichts hinter einem Regal auf. Es blieb kaum Zeit, die Kurpackung Nagelpilztinktur unauffällig hinter dem Rücken verschwinden zu lassen. Unangenehm kann auch sein, nach einem beschwingten Kneipenabend mit Freunden dem Assistenten der Personalabteilung auf dem Heimweg in einem öffentlichen Verkehrsmittel zu begegnen, wenn der eigene Zustand als nicht mehr ganz nüchtern und ein wenig wackelig zu bezeichnen ist.

          Apropos Freunde: Wer Arbeit und Ausgehen nicht miteinander kollidieren lassen möchte, dem können auch Kollegen gefährlich werden, die neu in der Stadt sind. Ihr Wunsch nach Anschluss ist verständlich. Doch nicht immer passen die privaten Interessen zueinander. Wer dann den Vorschlag, sich einen Arthouse-Film anzusehen, mit der Begründung ablehnt, nicht gern ins Kino zu gehen, sollte sich nicht erwischen lassen, wenn er sich im größten Lichtspielhaus der Stadt einen Blockbuster ansieht.

          Nackte Tatsachen

          Auch wer Kinder hat und diese sonst gern als Vorwand vorschiebt, um dem verkrampften monatlichen Abteilungsstammtisch zu entgehen, muss sich vorsehen. Man denke nur an all die Ausreden von Großelternbesuchen und Geburtstagseinladungen, um eine sonntägliche Spielstunde mit denen als „die Zerstörer“ bekannten Zwillingen des IT-Kollegen abzublocken. Sie nützen rein gar nichts, wenn man ihn samt säuerlich dreinblickender Gattin beim Kindernachmittag im Naturkundemuseum trifft.

          Der Gipfel der Peinlichkeit ist es allerdings, in seiner Freizeit mit nackten Tatsachen konfrontiert zu werden. Zwar gilt Saunieren als geradezu ideal, um mental abzuschalten. Wer den eigenen Chef im Adamskostüm beim Aufguss trifft, wünscht sich aber vor allem eines: ganz weit weg zu sein. Knigge-Experten raten in einer derart hitzigen Situation übrigens, ganz cool zu bleiben und zu erwidern: „Schön, dass Sie sich auch mal entspannen.“

          Weitere Themen

          Dax-Konzernchefs verdienen weniger

          Studie : Dax-Konzernchefs verdienen weniger

          Die Gehälter der Chefs der 30 größten Konzerne in Deutschland sind im vergangenen Jahr um 2 Prozent gesunken. Das betrifft allerdings nur die gewährten und nicht die ausgezahlten Gehälter.

          Fast niemand will mehr Manager werden

          Studie : Fast niemand will mehr Manager werden

          Es breitet sich die Manager-Müdigkeit aus: Beruflich wollen in Zukunft nur noch wenige eine Führungsposition übernehmen, wie eine neue Studie zeigt. Die Autoren mahnen die Unternehmen auf zu handeln.

          Topmeldungen

          Die Geduld der Amerikaner werde getestet, sagte Präsident Donald Trump.

          Corona-Krise : Trump schwört Amerika auf Tragödie ein

          Wie bereits in China baut nun das Militär in den Vereinigten Staaten temporäre Coronavirus-Spitäler auf. Die Regierungsprognosen für die Anzahl an Virustoten ist niederschmetternd.
          Auf sich allein gestellt: Migranten im spanischen Lepe

          Asylbewerber ohne Hilfe : Nach Spanien kommen kaum noch Migranten

          Vor der Corona-Krise landeten zeitweilig nirgendwo in Europa so viel Migranten wie in Spanien. Jetzt kommen nur sehr wenige. Die 120.000 Asylbewerber, die sich bereits im Land befinden, sind nun auf sich allein gestellt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.