https://www.faz.net/-gyl-ae0ki

Kolumne „Nine to five“ : Stress reduzieren mit Justin Bieber

Bild: AFP

Wenn Frau O. und ihre Kollegen einen besonders anstrengenden Arbeitstag haben, hören sie Musik. Je belangloser die Lieder, umso besser.

          1 Min.

          Wenn Frau O. großen Stress hat – so großen, dass sie eigentlich alles gleichzeitig tun müsste –, hört sie Songs von Justin Bieber. Oder von Katy Perry. Ihre Kolleginnen und Kollegen wuseln um Frau O. herum, sie fragen und klagen und klappern mit ihren Kaffeetassen, aber Frau O. hört sie nicht, sie hört nur „Oh Yeahs“ und „Aaw Nos“ und Rhythmen, die so sanft dahinfließen, wie es Frau O.s Arbeit eigentlich sollte, hätte sie nicht so einen Zeitdruck. Frau O. mag weder Justin Bieber noch Katy Perry besonders, aber ihr hilft deren Belanglosigkeit.

          Wenn sie im Homeoffice ist, denkt Frau O. manchmal an das Lofi Girl, wie es an seinem Schreibtisch in einem engen Dachgeschosszimmer sitzt. Das Lofi Girl ist kein echtes Mädchen, sondern das Maskottchen eines Musik-Livestreams, der selten weniger als 25.000 Zuhörer und Zuhörerinnen hat. Überall auf der Welt lieben die Menschen das Lofi Girl für seine unerschütterliche Konzentration. Eine wunderschöne Stadtlandschaft, eine flauschige Katze, ein hell leuchtender Laptop-Bildschirm – das Lofi Girl lässt sich von alldem nicht ablenken. Es arbeitet einfach weiter mit langsamen Pop-Klängen auf den Ohren. Musik, das weiß das Lofi Girl, reduziert den Stress.

          Sie hilft, wenn die Stille manchmal unerträglich wird, alleine zu Hause ohne das Surren des Druckers oder das genervte Murmeln des Sitznachbars. Eine Kollegin von Frau O. hört deswegen immer Radio im Homeoffice, obwohl es sie im Büro wahnsinnig machen würde.

          Musik hilft sogar, wenn einen andere Musik vom Arbeiten abhält. Frau S. ist zwar bei einem Museum angestellt, ihr Büro befindet sich aber direkt unter einer Musikschule. Wenn der Vormittag in den Nachmittag übergeht und Frau S. das 30. Mal „Für Elise“ hört, macht sie Hip-Hop an. Es gibt kein besseres Gegenmittel.

          Sarah Obertreis
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Weitere Themen

          Ja sagen im Studium

          Kolumne „Uni live“ : Ja sagen im Studium

          Eine Eheschließung verbinden viele Menschen mit Sicherheit, Nachwuchsplanung und Sesshaftwerdung. Die Studienzeit ist oft vom Gegenteil geprägt. Ist es trotzdem sinnvoll, während des Studiums zu heiraten?

          Erst das Du – und dann?

          Start-Ups : Erst das Du – und dann?

          Starts-ups und Betriebsräte – das scheint oft nicht zusammenzupassen, weil manche Gründer sie häufig als Relikte aus einer alten Welt ansehen. Dabei gibt es gute Gegenbeispiele.

          Topmeldungen

          Josephin Kampmann, Gesundheits- und Krankenpflegerin, steht in einem Zimmer der Corona-Intensivstation des Universitätsklinikums Essen und bereitet eine Infusion vor.

          Corona-Pandemie : Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 60,6

          Das Robert Koch-Institut hat seit dem Vortag 7211 Corona-Neuinfektionen registriert. Tendenziell gehen die Infektionszahlen seit rund zwei Wochen zurück. In den USA müssen Staatsbedienstete nun bis Dezember geimpft sein.
          Bryson DeChambeau vom Team USA am 15. Loch des 43. Ryder Cup.

          43. Ryder Cup : US-Golfstars gegen Europa klar in Führung

          Die Titelverteidiger aus Europa geraten beim Ryder Cup in den USA schon am ersten Tag klar in Rückstand. Bei den US-Golfstars beeindruckt Kraftprotz Bryson DeChambeau mit seinen gewaltigen Abschlägen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.