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Kolumne „Nine to five“ : So weit die Füße tragen

  • -Aktualisiert am

Zu Fuß zur Arbeit zu gehen kann durchaus seine Vorzüge haben. Bild: Reuters

Für den Arbeitsweg gelten E-Bike, Auto oder Roller als natürliche Fortbewegungsmittel. Warum nur hat kaum einer das gute alte Gehen auf der Rechnung?

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          Von den vielen Möglichkeiten, zur Arbeit zu kommen – mit dem Auto, dem ICE, der S-, U- oder Straßenbahn, dem Fahrrad, dem Taxi, dem E-Roller, was auch immer –, gilt die allernatürlichste offenbar auch als die allereigenartigste. Das Gehen hat jedenfalls keine Lobby. Einige Kilometer einen Fuß vor den anderen zu setzen, um ins Büro zu kommen, das gilt als Disziplin für Sonderlinge. Im Gegensatz zum E-Bike! Hundertfach besungen als Glücksfall für Arbeitnehmer, die sich ein bisschen bewegen wollen, statt immer nur im Stau zu stehen. Unsinn, eher tausendfach.

          Oder der E-Roller! Ständig verfügbar, schick, sportiv, zum Niederknien. Man könnte meinen, seit dem Buchdruck oder dem Computer ist für Arbeitnehmer nichts Wichtigeres erfunden worden. Nicht zu vergessen das Auto, immer noch der Liebling in Sachen Fortbewegung, ein Mobilitätsgott. Im Vergleich dazu kommt so ein Fußgänger ziemlich uncool daher. Dabei müsste er als König der Pendler gelten: 30 bis 45 Minuten entspannte Bewegung auf den letzten Kilometern zur Arbeit (die ganze Strecke muss, ja kann es meistens gar nicht sein), das begeistert jeden Betriebs- oder Hausarzt.

          Ungefährlicher als Radfahren ist’s ohnehin. Umweltschonender als alles andere auch. Schwitzen ist, moderates Tempo vorausgesetzt, auch kein Fußgängerschicksal. Und schicke Schuhe zum Wechseln fürs Büro passen in jeden Rucksack. Noch immer nicht überzeugt? Gut, letzter Versuch. Wenn Argumente nicht helfen, dann vielleicht ein Vorbild: In Amerika ist ein Mann mal täglich sechs Stunden zur Arbeit gelaufen, drei hin, drei zurück, weil sein Auto kaputt war und er kein Geld für eine Reparatur hatte. Er fiel anderen auf, bekam einen Haufen Spenden und wurde sogar ein bisschen berühmt. Also: Los geht’s!

          In der Kolumne „Nine to five„ schreiben wechselnde Autoren über Kuriositäten im Alltag in Büro und Hochschule.

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

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