https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/nine-to-five/kolumne-nine-to-five-so-weit-die-fuesse-tragen-17471325.html

Kolumne „Nine to five“ : So weit die Füße tragen

  • -Aktualisiert am

Zu Fuß zur Arbeit zu gehen kann durchaus seine Vorzüge haben. Bild: Reuters

Für den Arbeitsweg gelten E-Bike, Auto oder Roller als natürliche Fortbewegungsmittel. Warum nur hat kaum einer das gute alte Gehen auf der Rechnung?

          1 Min.

          Von den vielen Möglichkeiten, zur Arbeit zu kommen – mit dem Auto, dem ICE, der S-, U- oder Straßenbahn, dem Fahrrad, dem Taxi, dem E-Roller, was auch immer –, gilt die allernatürlichste offenbar auch als die allereigenartigste. Das Gehen hat jedenfalls keine Lobby. Einige Kilometer einen Fuß vor den anderen zu setzen, um ins Büro zu kommen, das gilt als Disziplin für Sonderlinge. Im Gegensatz zum E-Bike! Hundertfach besungen als Glücksfall für Arbeitnehmer, die sich ein bisschen bewegen wollen, statt immer nur im Stau zu stehen. Unsinn, eher tausendfach.

          Oder der E-Roller! Ständig verfügbar, schick, sportiv, zum Niederknien. Man könnte meinen, seit dem Buchdruck oder dem Computer ist für Arbeitnehmer nichts Wichtigeres erfunden worden. Nicht zu vergessen das Auto, immer noch der Liebling in Sachen Fortbewegung, ein Mobilitätsgott. Im Vergleich dazu kommt so ein Fußgänger ziemlich uncool daher. Dabei müsste er als König der Pendler gelten: 30 bis 45 Minuten entspannte Bewegung auf den letzten Kilometern zur Arbeit (die ganze Strecke muss, ja kann es meistens gar nicht sein), das begeistert jeden Betriebs- oder Hausarzt.

          Ungefährlicher als Radfahren ist’s ohnehin. Umweltschonender als alles andere auch. Schwitzen ist, moderates Tempo vorausgesetzt, auch kein Fußgängerschicksal. Und schicke Schuhe zum Wechseln fürs Büro passen in jeden Rucksack. Noch immer nicht überzeugt? Gut, letzter Versuch. Wenn Argumente nicht helfen, dann vielleicht ein Vorbild: In Amerika ist ein Mann mal täglich sechs Stunden zur Arbeit gelaufen, drei hin, drei zurück, weil sein Auto kaputt war und er kein Geld für eine Reparatur hatte. Er fiel anderen auf, bekam einen Haufen Spenden und wurde sogar ein bisschen berühmt. Also: Los geht’s!

          In der Kolumne „Nine to five„ schreiben wechselnde Autoren über Kuriositäten im Alltag in Büro und Hochschule.

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Einbürgerungsfest im Kaisersaal in Erfurt

          Einbürgerung : Vor allem Syrer und Türken werden Deutsche

          Um die deutsche Staatsangehörigkeit beanspruchen zu können, müssen Ausländer einige Kriterien erfüllen. Welche sind das? Und aus welchem Land stammen die meisten neuen deutschen Staatsbürger?
          Der französische Präsident Emmanuel Macron und der amerikanische Präsident Joe Biden am Dienstag im Weißen Haus

          Verhandlungen über die Ukraine : Bidens Signal an Putin

          Der amerikanische Präsident zeigt sich zu Verhandlungen mit Putin bereit, ohne die Regierung in Kiew zu erwähnen. Das ist noch kein Kurswechsel – verändert den Konflikt aber zugunsten Russlands.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.