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Kolumne „Nine to Five“ : Partner ante portas

  • -Aktualisiert am

Im Homeoffice wird auch das Kind schnell mal zum „Bürokollegen“. Bild: dpa

Die Wohnung in der Stadt mag schön sein, für den Einsatz als Großraumbüro ist sie aber oft zu klein. So knirscht es zuweilen gewaltig. Ein Glück, wenn die Schwiegereltern ums Eck wohnen.

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          Seit Anfang November sind die sozialen Kontakte auf das Nötigste reduziert. In der Arbeitswelt manifestiert sich das darin, dass viele Unternehmen ihre Mitarbeiter wieder ins Homeoffice geschickt haben. In der Corona-Krise ist es übrigens aus Gründen des Infektionsschutzes sehr sinnvoll, den Unterschied zwischen Heimbüro und mobilem Arbeiten zu kennen. Vor der Pandemie wurden diese Begriffe oft synonym verwandt. Nun weiß jeder, dass mobiles Arbeiten auch vom Lieblingscafé ums Eck oder einem Strand auf Hawaii aus möglich, aber in einer Pandemie wenig sinnvoll ist. Sich einen festen Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden einzurichten und diesen möglichst selten zu verlassen aber schon.

          Viele Menschen arbeiten nun wieder daheim, diesmal heißt es „Lockdown light“. Für all jene, die nicht allein wohnen, sicher auch eine Zustandsbeschreibung. Wer den ersten Lockdown beziehungstechnisch überstanden hat, nimmt die abermalige ganztägige Zweisamkeit womöglich leichter. Klare Kante wurde schon gezeigt, Grenzen gezogen, das Arbeitsfeld abgesteckt. Alle Beteiligten wissen, wo ihr Platz ist, notfalls wieder am Küchentisch, dafür mit ergonomischem Stuhl. Seit der Ehemann am ersten Arbeitstag noch im Schlafanzug durchs Bild der Videokonferenz seiner Frau gewankt ist, hat sich die Uhrzeit ihres Team-Meetings fest in seinem Gehirn verankert. Und wenn sie anfängt, nach Rezepten zu googeln, ist es Zeit für das gemeinsame Mittagessen, sonst droht Unterzuckerung und schlechte Laune.

          Manche Paare müssen sich auch erst jetzt ans heimische Co-Working gewöhnen. Denn nicht jeder Arbeitnehmer war schon in der ersten Corona-Welle mit den nötigen Endgeräten für den Hausgebrauch ausgestattet. So konnten manche Beschäftigte erst jetzt ins Homeoffice entlassen werden. Nun steht also plötzlich der Partner ante portas und begehrt ebenfalls Einlass. Doch städtischer Wohnraum ist knapp. Was einer Person genügte, ist für den Einsatz als Großraumbüro oft zu klein. So knirscht es zuweilen gewaltig. Ein Glück, wenn die Schwiegereltern ums Eck wohnen. So wird in diesen Tagen wohl manches ehemalige Kinderzimmer einer neuen Bestimmung zugeführt – Corona sei Dank.

          In der Kolumne Nine to Five schreiben wechselnde Autoren über Kuriositäten aus dem Alltag in Büro und Hochschule.

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