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Kolumne „Nine to five“ : Glückskekswissen vom Kalenderblatt

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

40 Tage Fastenzeit wollen für gute Vorsätze genutzt sein. Pippi Langstrumpf, Denker und Möchtegernphilosophen liefern Achtsamkeitsübungen to go – erbaulich und widersprüchlich.

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          Aschermittwoch ist nicht nur für Katholiken der Aufgalopp zu einem disziplinierteren Leben. Nach dem sündigen Karneval sollen sie sich bewusstmachen, dass sie im Prinzip jederzeit sterben können. Sündigen fiel diesmal aus, der Gedanke an drohende Krankheit ist omnipräsent. Aber die 40 Tage Fastenzeit wollen genutzt sein. Nix da, im Schlunzlook zum Computer schlurfen und nebenbei Süßkram in sich hineinschaufeln. Künftig werden wir sportlicher, kommunikativer, arbeiten konsequent unsere To-do-Listen ab und stressen uns in den Wochen bis Ostern mit unrealistischen Vorsätzen, deren eisenharte Erfüllung ein Burnout programmiert, ein diffuses Gefühl früher Frustration sowieso. An erbaulicher Inspiration herrscht kein Mangel, an Verwirrung aber auch nicht. Wer Kalender- und Postkartenweisheiten liest, stößt auf Widersprüche. Kein Wunder, dass uns das Glückskekswissen manchmal nervt und manchmal – tja – doch aufrichtet. Sozusagen eine Achtsamkeitsübung to go. Kostproben:

          Angriff ist die beste Verteidigung.

          In der Ruhe liegt die Kraft.

          Wer rastet, der rostet.

          „Wie langsam Du auch läufst, Du schlägst alle, die zu Hause bleiben“ – das ist kein Kalender-, sondern ein Werbespruch eines Sportartikelherstellers.

          Es ist keine Schande, einen Schritt zurückzugehen, aber es ist eine Schande, dann keinen Anlauf zu nehmen.

          Wer überholen will, muss die Spur wechseln.

          „Der Sturm wird immer stärker. Das macht nichts. Ich auch“, Pippi Langstrumpf.

          Arbeite schlauer, nicht härter.

          Sei stärker als Deine stärkste Ausrede!

          Aufgeben kannst Du bei der Post.

          Scheitern ist nicht das Gegenteil von Erfolg. Es ist ein Teil davon.

          Ein Ziel ist ein Traum mit Termin.

          Auch ein Wolkenkratzer hat mal als Keller angefangen.

          Ich kann, weil ich will, was ich muss! – Immanuel Kant.

          Jede Reise beginnt mit einem kleinen Schritt – Konfuzius.

          Was das für unser Arbeitsleben bedeutet? Erst mal eine Schublade entrümpeln. Mit Ratschlägen von solch kleinem Kaliber verdienen Coaches Geld. Laut einer DAK-Umfrage lautet der Spitzenreiter unter den guten Vorsätzen, Stress zu vermeiden oder abzubauen. Das erstreben 65 Prozent der Deutschen. Noch Fragen?

          In der Kolumne Nine-to-Five schreiben wechselnde Autoren über Kuriositäten in Büro und Hochschule

          Ursula Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

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