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Kolumne „Nine to five“ : Bitte mehr löschen!

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Nicht nur ein hohes Mailaufkommen ist schlecht fürs (Betriebs-)Klima. Auch ein überquellendes Postfach und damit einhergehende lange Speicherzeiten von Mails verbrauchen viel Energie. Bild: dpa

E-Mails auszudrucken ist eine Umweltsünde. Aber ist es auch schon eine, überhaupt welche zu schreiben? Die Bürokolumne „Nine to five“.

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          Schnell eine Mail geschickt und dadurch auch noch Papier gespart: So geht Umweltschutz im Büro heute! Fortgeschrittene Klimaretter versehen E-Mails sogar mit dem Hinweis „Prüfen Sie dem Umweltschutz zuliebe, ob das Ausdrucken dieser E-Mail wirklich notwendig ist“. Radikalere Geister wählen sogar den wenig dezenten Hinweis „Erst denken, dann drucken“.

          Keine Frage: Drucken ist heutzutage mindestens so verpönt wie das Laufenlassen eines Verbrennermotors am Bahnübergang, wenn die Schranke unten ist. Natürlich mit Recht: Sowohl ein laufender Motor als auch Drucker verpesten die Umwelt und verbrauchen Ressourcen. Doch wahre Umweltschützer gehen noch viel weiter: Sie versuchen, E-Mails nach Möglichkeit nur noch im Notfall zu schreiben.

          Denn Umweltverbände weisen darauf hin, dass der Versand von E-Mails ebenfalls kostbare Reserven killt – in Form von Energie etwa, die für Produktion und Betrieb der Geräte und korrespondierende Infrastruktur benötigt wird. Wer sich das bewusst macht, dem kann beim täglichen Müll-, Pardon, Mailaufkommen in den Büros rund um unseren Globus nur schwindelig werden. So kam etwa eine Studie im Auftrag des britischen Energieversorgers Ovo zu dem Schluss, dass je Jahr etwa 16.000 Tonnen CO2 eingespart werden könnten, wenn jeder erwachsene Inselbewohner auf eine Mail am Tag (etwa eine Höflichkeitsfloskel) verzichten würde – das entspräche mehr als 80.000 Flügen von London nach Madrid.

          Nicht nur ein hohes Mailaufkommen ist schlecht fürs (Betriebs-)Klima. Auch ein überquellendes Postfach und damit einhergehende lange Speicherzeiten von Mails verbrauchen viel Energie. Bis 2030 sollen allein 13 Prozent des Welt-Strombedarfs von Servern und Rechenzentren beansprucht werden, schätzt die RWTH Aachen in einer Studie im Auftrag des Energiekonzerns Eon. Merke: Echte Klimaschützer denken, bevor sie tippen.

          In der Kolumne „Nine to five“ schreiben wöchentlich wechselnde Autoren über die Kuriositäten des Alltags in Beruf, Schule und Uni.

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