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Kolumne „Nine to five“ : Eine Abmahnung für den Bot

Ohne Internet geht auch im Homeoffice nicht viel. Bild: dpa

Frau H. wollte im Homeoffice mit ihrem Internetanbieter telefonieren, bekam am anderen Ende der Leitung aber nur eine Maschine zu sprechen – die ihre Arbeit nicht richtig erledigte.

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          Frau H. saß im Homeoffice und konnte nicht arbeiten. Ihr Internet streikte, der Router blinkte. Nachdem sie mit dem Handy nach Lösungsmöglichkeiten gegoogelt und diese ausprobiert hatte (inklusive eines halbstündigen Neustarts des Routers), sah sie sich gezwungen, die Hotline ihres Telefonanbieters anzurufen. Obwohl ihr schon Böses schwante.

          Nadine Bös
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Der Bot am anderen Ende der Leitung bat sie zunächst, ihre Telefonnummer auf das Band zu sprechen. Frau H. gehorchte, wurde aber nicht verstanden. Sie gab die Nummer über die Tastatur ein und sollte dann zwischen verschiedenen Möglichkeiten wie „Rechnungswesen“, „Neuanschluss“ oder „Störung“ wählen. Sie wählte „Störung“. Als der Bot sie bat, zu verbalisieren, welche Art von Störung vorlag, scheiterte Frau H. abermals. „Internet geht nicht“ verstand er ebenso wenig wie „Router blinkt“. Während sie noch überlegte, was sie noch sagen könnte, äußerte der Bot etwas wie: „Sie müssen eine Störungsart angeben.“ Und als sie es nicht sofort tat, beendete er das Gespräch.

          Frau H. versuchte es noch einmal. Nach endlosem Umherirren in verschiedenen Kanälen begann sie, den Bot anzumotzen. „Du stumpfsinnige Maschine.“ –„Künstlich intelligent sein willst du, dabei bist du künstlich dumm.“ Kurz fragte sie sich, ob sie zu Beginn zugestimmt hatte, dass das Gespräch „zu Schulungszwecken aufgezeichnet“ werde. Dann maulte sie weiter. „Gib mir endlich einen richtigen Kundenberater.“ Zu ihrer Überraschung reagierte der Bot prompt: „Sie werden mit einem Kundenberater verbunden.“ Es folgte: Musik. Als Frau H. schon einen gehörigen Ohrwurm hatte, meldete sich eine wohltuend menschliche Stimme. Leider war Frau H. da immer noch auf 180. „Seit einer Dreiviertelstunde telefoniere ich schon mit Ihrer doofen Künstlichen Intelligenz“, schnauzte sie den Callcenter-Mann an. „Dabei muss ich ARBEITEN! Diesem Blödsinns-Bot müssen Sie mal eine Abmahnung erteilen. Oder gleich feuern – fristlos!“ Der Kundenberater antwortete freundlich: „Bei diesem Anliegen kann ich Ihnen leider nicht behilflich sein.“ Und legte auf.

          In der Kolumne Nine to Five schreiben wechselnde Autoren über Kuriositäten aus dem Alltag in Büro und Hochschule.

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