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Benjamin Fischer

Kolumne „Nine to five“ : Herbst im Homeoffice

Eine Blaumeise hat eine mit Vogelfutter gefüllte Kokosnuss entdeckt. Bild: dpa

Viele Arbeitnehmer können ihre Tätigkeit nicht einfach vom heimischen Küchentisch erledigen. Doch für andere zeigen sich nun bislang womöglich zu wenig gewürdigte Vorteile des Homeoffice.

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          Das Wichtigste zuerst: Der Herbst ist eine wunderbare Jahreszeit – schon allein weil 35-Grad-Wochen (hoffentlich) erst 2021 wieder drohen und damit auch das allseits beliebte Klimaanlagen-Feintuning Pause hat. Aber was bedeutet die nahende dunkle Jahreszeit mit Blick auf das Büro-Thema schlechthin?

          Wer von seinem Arbeitgeber fürs Homeoffice technisch mehr schlecht als recht (oder einfach gar nicht) ausgestattet wurde und digitalen Konferenzen grundsätzlich wenig abgewinnen kann, ist womöglich weiterhin vor allem genervt. Da drückt ein trüber Herbsttag eher noch zusätzlich auf die Stimmung. Auch Eltern mit kleinen Kindern dürften der Erkältungssaison noch unentspannter entgegenblicken als schon in normalen Zeiten: Ein leicht kränkelndes Kita- oder Schulkind sitzt dieser Tage schnell wieder zu Hause – und wenn es in seiner Gruppe einen Corona-Fall gibt, auch ohne die berüchtigte Schnupfnase.

          Doch für andere zeigen sich nun bislang womöglich zu wenig gewürdigte Vorteile des Homeoffice. Gerade Städter ohne Auto und Fahrrad (oder ohne Motivation, auch bei schlechterem Wetter mit ebendiesem zur Arbeit zu radeln) können ein Lied davon singen: Vollgepackte Busse und Bahnen sind selten ein Vergnügen.

          In Zeiten steigender Corona-Zahlen wirken sie gleich noch weniger anziehend. Und auch wenn momentan rege über Fluch, Segen und alle möglichen Nebenwirkungen der leeren Büro-Etagen philosophiert wird: Viele Arbeitnehmer sind nun mal keine Schreibtischtäter und können schlichtweg nicht einfach ihre Tätigkeit vom heimischen Küchentisch aus erledigen.

          Von dort lässt sich ein Herbststurm allerdings durchaus genießen – wohl wissend, dass man die eigenen vier Wände heute nicht mehr verlassen, geschweige denn sich irgendwie trocken nach Hause retten muss. Passionierte Teilzeit-Ornithologen können obendrein tagsüber ihre Futterplätze im Blick haben; Multitasking-Fähigkeiten vorausgesetzt natürlich. Aber die sollten mittlerweile ja ausreichend ausgeprägt sein.

          In der Kolumne „Nine to five“ schreiben wechselnde Autoren einmal in der Woche über die Kuriositäten des Arbeits- und Hochschullebens.

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