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Kolumne „Nine to five“ : Kolumne „Nine to five“: Kritzikratzi – nein, danke!

Kinderzeichnungen sind etwas sehr Schönes, taugen aber kaum als Geschenk an Geschäftspartner. Bild: Wolfgang Eilmes

Geschäftspräsente sind meistens gut gemeint. Aber längst nicht immer gut. Was schenken wir diesmal? Bitte, bitte, nichts Kreatives!

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          Gute Geschäftskontakte sind etwas Schönes. Gutgemeinte Geschäftspräsente sind es nicht immer. Was schenken wir diesmal? Bitte, bitte, nichts Kreatives. Das landet in der gut bestückten Geschenketransfer-Schublade oder, mit schlechtem Gewissen, im Müll.

          Ursula Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Fürchterlich, was sich mancher ausheckt, um sich werbewirksam in Erinnerung zu rufen. Eine Flasche Wein, pah, die kann jeder. Wir hingegen verteidigen unser Alleinstellungsmerkmal und haben uns wieder etwas ganz Besonderes ausgeheckt. Wir schwimmen oben auf der Erfolgswelle und überfluten die Bürowelt mit Do-it-yourself-Präsenten. Zwar haben wir die Schlüsselanhänger nicht selbst getöpfert, aber mit unserem knalligen Logo bereichert, wir verwirklichen unsere einzigartigen Einfälle auf Handy-Hüllen, Stiften, Kalendern und potthässlichen Tassen. Gefühlt jede zweite Spielerfrau designt Taschen, da halten wir locker mit oder besinnen uns auf „befreundete Künstler“, deren Durchbruch von Jahr zu Jahr unwahrscheinlicher wird, die sich aber für uns verewigen dürfen.

          Preiswerter wird das, wenn diese Künstler klein und der Kernfamilie der Inhaber entsprungen sind. Alles schon peinvoll erlebt: Da diente das Kritzikratzibild des vier Jahre alten Firmenerben als Tassenaufdruck. Ein Hinweis auf den vielversprechenden Nachwuchskünstler, „kleiner Picasso“ genannt, wird mitgereicht. Aber keiner wagt, dem Chef mit seinem Vater-Sohn-Kult zu stecken, dass so eine Krickelei fürs Unternehmen rufschädigend sein könnte. Zum Glück kann man Tassen im Bermudadreieck von Teeküchen verschwinden lassen. Das klappt nicht mit Bildern der Chef-Gattin, die jüngst ihr Maltalent entdeckt zu haben glaubt und deren Bilder in Serienproduktion gegangen sind. Die Werke will der generöse Kunde beim nächsten Besuch bewundern und deutet an, dass sich „das kahle Foyer doch dafür eigne“. Dass die talentfreie Dame abstrakt malt, versteht sich von selbst. Solche Werke sollten auf Wanderausstellungen geschickt werden, bevorzugt Richtung Kellergeschoss.

          Als Krönung folgen selbstarrangierte Weihnachtskarten-Gruppenfotos, garniert mit Zipfelmützen und Rentiertand. Puppenlustig, wenn die verkleidete Crew in einem Freizeitpark Dienst schiebt, was aber selten der Fall ist. Nicht alle strahlen auf solchen gestellten Bildern, manche können ihren gequälten Gesichtsausdruck nur schwer kaschieren. Das wiederum stimmt milde. Aber Unicef-Karten und ein guter Barolo wären uns lieber.

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