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Kolumne „Nine to five“ : Alles anders im Corona-Büro

Maskentragen ist auch im Büro angesagt. Bild: dpa

Ein bisschen fühlt es sich an wie zu Schulzeiten nach den Sommerferien: Über die Rückkehr ins Büro nach zwei Monaten Homeoffice.

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          Bitte nur zu zweit Aufzug fahren. Abstand halten. Maske tragen. Am ersten Tag zurück im Büro nach fast zwei Monaten Homeoffice wird schnell klar: Hier ist nichts, wie es mal war. Das Gebäude wirkt gespenstisch leer. Die Kantine läuft auf Sparflamme, im Großraumbüro arbeiten drei einsame Kollegen so weit voneinander entfernt still vor sich hin, dass man sie fast übersehen hätte.

          Trotzdem: Wie gut es tut, sich endlich wieder Mühe mit dem Outfit für den Tag zu geben, sich aufs Fahrrad zu schwingen und die Zugangskarte zum Bürogebäude aus der Handtasche zu kramen! Nicht zuletzt ist es Balsam für die vereinsamte Homeoffice-Seele, die Kollegen endlich mal wieder live und in Farbe zu sehen, auch wenn das erste Zusammentreffen etwas unbeholfen erfolgt – der Ellbogen-Check gelingt nicht mit jedem gleichermaßen elegant.

          Warum bin ich nicht einfach daheim geblieben?

          Ein bisschen fühlt es sich auch an wie zu Schulzeiten nach den Sommerferien: Die eine kommt mit einem neuen Haarschnitt daher (eigenhändig und dementsprechend etwas schepp geschnitten), der andere ist unverschämt braun gebrannt (merke: Homeoffice lässt sich durchaus auch vom Balkon aus bewerkstelligen). Auch die Gesprächsthemen auf dem Flur haben sich ziemlich verändert: „Ich habe jetzt ein Gemüsebeet“, erzählt Frau B. „Ich habe sechs Kilo abgenommen, weil ich endlich Zeit für Sport hatte“, berichtet Herr T.

          Andere beklagen den Corona-Speck, der sich während der Kontaktsperre auf den Hüften angesetzt hat. Heiß diskutiert wird auch das Thema Mund-Nasen-Schutz. Frau J. hat eine Technik entdeckt, die verhindert, dass die Brillengläser anlaufen. Außerdem verrät sie Frau B., wo sie ihre hübsche Blumenmaske herhat, woraufhin diese gleich eine Bestellung aufgibt.

          Herr S. wiederum fragt sich, ob man die Maske farblich auf den Anzug abstimmen sollte. Allein schon wegen dieser Gespräche hat es sich gelohnt, ins Büro zu kommen. Als dann aber die Videokonferenz mit den daheim gebliebenen Kollegen partout nicht klappen will und der Kaffee schlechter schmeckt als zu Hause, kommt bei dem einen oder anderen doch die Frage auf: Warum bin ich nicht einfach daheim geblieben?

          In der Kolumne „Nine to five“ schreiben wöchentlich wechselnde Autoren über die Kuriositäten des Alltags in Büro und Universität.

          Jessica von Blazekovic
          Redakteurin in der Wirtschaft.

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