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Kolumne „Nine to five“ : Wie werde ich reich?

Die Nachfrage nach Swimmingpools ist in diesem Sommer außergewöhnlich hoch. Bild: ZB

So ab dem Alter von zehn Jahren wachsen die Begehrlichkeiten nach Konsum. Was muss man wohl später werden, wenn man richtig viel Geld verdienen möchte? Im Verwandtenkreis nimmt die Diskussion Fahrt auf.

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          Wenn ich groß bin, will ich viel Geld verdienen. Was muss ich dafür werden?“ Im Verwandtenkreis nimmt die Berufsberatung Schwung auf. Mit dem mittelzarten Alter ab zehn Jahren aufwärts wachsen die Begehrlichkeiten nach Konsum. Der Nachbar fährt neuerdings einen Tesla. Wow! Die Mutter vom Schulfreund lässt einen Pool ausheben. Noch mal wow! Mittelprächtiger Mittelklassewagen und Planschbecken sind für die Zwölfjährigen keine zufriedenstellende Bilanz. Also noch mal, mit welchen Berufen verdient man viel?

          Ursula Kals
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Die Erwachsenen in der Runde verkneifen sich ein Grinsen, bemühen sich um Ernsthaftigkeit und Statistiken: Also, je höher die formale Bildung, umso günstiger die Prognosen für ein gutes Gehalt. Akademiker sind weniger von Arbeitslosigkeit bedroht. Die Hobbypädagogen sind mit dem Gesprächseinstieg zufrieden, der Nachwuchs ist es nicht und hält dagegen: Youtuber MontanaBlack hat die Schule abgebrochen, ein Millionenpublikum und Millionen auf dem Konto! Der Vater von Jonas war nur kurz an der Uni, macht was mit Beratung und hat drei Ferienhäuser. Mindestens! Gegenrede: Mag sein, aber das sind Ausnahmen. Nicht jeder, der in seiner Garage herumschraubt, wird später Milliardär.

          Jetzt ernsthaft: Erfindet etwas, tut euch zusammen, gründet ein Start-up. Studiert etwas Handfestes, beißt euch durch Ingenieurwissenschaften, macht was mit Informatik. Recht geht auch immer. Zieht es euch zur Komparatistik, dann werdet richtig, richtig gut darin. Der Nachwuchs lauscht. Als dann Onkel Klaus die Schlüsselworte „harte Arbeit, Ausdauer, Disziplin“ einwirft, schalten die Jüngeren – wie die Älteren – auf Durchzug. Das klingt nicht prickelnd. Tante Ilse schwingt zum Schluss die Moralkeule: „Jungs, Geld macht nicht glücklich.“ – „Unglücklich aber auch nicht“, kontert der Unterstufenschüler. „Ein Pool wär schon cool.“

          In der Kolumne „Nine to five„ schreiben wechselnde Autoren über Kuriositäten im Alltag in Büro und Hochschule.

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