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Zeit für Umsteiger : Wenn Arbeit glücklich macht

Der Traum vom eigenen Café lebt. Bild: dpa

Nur wenige Menschen schaffen es, ihre beruflichen Träume zu verwirklichen. Dabei gibt es gute Beispiele. In unserer Sommerserie stellen wir acht davon vor.

          5 Min.

          Hätte, würde, könnte. . . Berufstätige richten sich nicht immer, aber dennoch viel zu oft in der Mittelmäßigkeit ein. Sie haben einen klassischen, kräftezehrenden Nine-to-Five-Job, für den viele gute Gründe sprechen. Schließlich hat das „wahre Leben“, das meist erst 17.05 Uhr beginnt, seinen Preis. Der Arbeitsplatz gibt finanzielle und strukturelle Sicherheit. Das ist den meisten Menschen immens wichtig. Vor allem jenen, die eine Familie zu versorgen haben. Und auch diejenigen, die alleine leben, dabei keinen zu versorgen haben, aber für die auch niemand sonst sorgt. So verharren Menschen in Berufen, die nicht (mehr) zu ihnen passen.

          Ursula Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Wir werden älter, müssen länger arbeiten, durchleben unterschiedliche Lebensphasen und auch private Krisen. Dadurch können sich persönliche Prioritäten und Wertmaßstäbe verschieben. Doch es mag sein, dass sich eine Anwaltstätigkeit als aufstrebender Jurist hervorragend anfühlt. Im Hochglanzmagazin einer renommierten, international weit verzweigten Kanzlei etwa lächeln den Leser völlig begeisterte Berufseinsteiger an. Sie fühlen sich sichtlich geschmeichelt, für einen Global Player arbeiten zu dürfen, und genießen zudem den Ausblick auf eine Kaminkarriere. In flott aufgemachten Kurzporträts geben sie durchweg zu Protokoll, dass es für sie kein Problem darstellt, Arbeitstage zu haben, die sich weit in den Feierabend strecken oder am Wochenende öfters ins Büro zu kommen. Einen solchen Arbeitseinsatz erwarteten ihre Mandanten zu Recht, heißt es in der Broschüre völlig euphorisch.

          Wünsche nach einem anderen Berufsleben

          Die Eindrücke der Berufseinsteiger spiegeln sich in aktuellen Umfragen. Während jeweils die jüngsten und die ältesten Mitarbeiter mit ihrem Arbeitsplatz meist sehr zufrieden sind, ist der Drang nach Veränderung bei Menschen mit mehrjähriger Berufserfahrung offensichtlich: So ist beispielsweise jedes dritte Mitglied der Generation Y, also geboren zwischen 1980 und 1994, mit der Wahl seines Arbeitsplatzes unzufrieden, heißt es in einer Untersuchung der Unternehmensberatung Hay. Vor diesem Hintergrund ist die Frage interessant, ob die Einsteiger aus der Anwaltskanzlei auch in sieben Jahren ihr forsches Bekenntnis zum Arbeitseinsatz wiederholen würden?

          Auch Anwälte werden älter. Spätestens dann, wenn Wunschkinder auf der Welt sind, fühlt sich der nicht vorhandene Feierabend nicht mehr ganz so prickelnd an. Dann wächst der Wunsch nach einem anderen Berufsleben: Der Rückzug auf einen Verbandsposten oder der Wechsel in eine kleinere Kanzlei, die mehr Autonomie und Freiräume für das Privatleben zulässt. Unter persönlichem Erfolg wird dann etwas anderes verstanden. Das gute Gefühl, Herr des eigenen Terminkalenders zu sein, ersetzt zunehmend den Nervenkitzel, den zuvor die Abwicklung einer spektakulären Fusion auslöste.

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