https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/neue-studie-ueberdurchschnittlich-viel-stress-11943603.html

Neue Studie : Überdurchschnittlich viel Stress

  • Aktualisiert am

Keine gute Work-Life-Balance: So schätzen noch immer viele Unternehmen in Deutschland die Lage ein. Bild: dpa

Work-Life-Balance ist offenbar für viele deutsche Unternehmen noch immer ein Fremdwort. Das zeigt eine neue Studie. In Deutschland zählt arbeitsbezogener Stress zu den zehn wichtigsten Gründen für einen Wechsel der Stelle.

          1 Min.

          In deutschen Unternehmen ist es um die Work-Life-Balance der Mitarbeiter schlechter bestellt als im internationalen Durchschnitt. Das ist das Ergebnis einer Studie der Beratungsfirma Towers Watson. Auf der ganzen Welt wurden dafür 1605 Unternehmen befragt, davon 36 aus Deutschland.

          Rund 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland gehen der Befragung zufolge davon aus, dass die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter unausgewogen ist. Zudem berichten fast 60 Prozent der Unternehmen, dass ihre Mitarbeiter häufig unter großem Druck arbeiten. Im internationalen Vergleich haben deutsche Unternehmen außerdem besonders große Schwierigkeiten, Leistungsträger und Nachwuchstalente zu rekrutieren und an das Unternehmen zu binden.

          Mitarbeiter wollen vor allem Stress begrenzen

          Auf der ganzen Welt gehen immerhin 52 Prozent der Unternehmen davon aus, dass die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter stimmt. In Deutschland liegt dieser Anteil bei gerade einmal 31 Prozent. Unternehmen in Deutschland berichten zudem seltener als Unternehmen aus anderen Ländern, dass ihre Mitarbeiter sie als guten Arbeitgeber weiterempfehlen. Aus Mitarbeitersicht zählt der Studie zufolge die Chance, arbeitsbezogenen Stress zu begrenzen, zu den zehn wichtigsten Gründen für einen Jobwechsel.

          Tatsächlich haben 70 Prozent der Unternehmen in Deutschland Schwierigkeiten, ihren Nachwuchstalenten (High Potentials) den Verbleib in der Firma schmackhaft zu machen, aber nur 54 Prozent weltweit. Auch Hochschulabsolventen laufen den deutschen Firmen eher davon als den Unternehmen im Ausland, wie 34 Prozent der Unternehmen in Deutschland, aber nur 20 Prozent weltweit bestätigen.

          Noch schwieriger als sie im Unternehmen zu halten ist es für deutsche Firmen, Leistungsträger, talentierte Nachwuchskräfte und Mitarbeiter mit erfolgskritischen Fähigkeiten überhaupt erst zu rekrutieren. Während auf der ganzen Welt rund 60 Prozent der Unternehmen von diesbezüglichen Engpässen berichten (bei Mitarbeitern mit erfolgskritischen Fähigkeiten: 70 Prozent), sind es in Deutschland rund 80 Prozent der Unternehmen. Engpässe zeigen sich auch bei der Rekrutierung von Hochschulabsolventen: Rund ein Drittel der Unternehmen in Deutschland berichten von Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Bindung von Hochschulabsolventen (weltweit: rund ein Fünftel der Unternehmen).

          Deutlich besser schneiden die deutschen Unternehmen bei der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern für die breite Belegschaft ab: Hier berichten sie deutlich seltener als ihre Wettbewerber im Ausland von Schwierigkeiten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Entschlossen, die Zinsen im zweiten Halbjahr zu erhöhen: EZB-Präsidentin Lagarde auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

          Zinswende : Für den Markt kommt die EZB zu spät

          Marktstrategen stellen der Europäischen Zentralbank ein schlechtes Zeugnis aus. Sie habe die Inflation falsch eingeschätzt. Zinserhöhungen drohen nun eine konjunkturelle Abschwächung zu verstärken.
          Entnahme eines Herzens: Aufgenommen in Rostock

          Corona und Organspende : Weniger Herzen, Lebern und Nieren

          Zwei Jahre lang ist Deutschland bei der Organspende vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Anfang des Jahres brechen die Zahlen dann plötzlich massiv ein – wie konnte es dazu kommen?
          Land der Eigentümer? Von wegen. Vor allem für Jüngere ist eine Immobilie heute zu oft unerschwinglich.

          Ungleichheit im Eigentum : Vermögensaufbau für alle – so geht´s

          Der Aufbau von privatem Eigentum ist gesellschaftlicher Kitt und eine Säule der Sozialen Marktwirtschaft. Die Ampelkoalition sollte mehr tun, um sie zu fördern. Es gibt viele Wege. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Stellenmarkt
          Jobs für Fach- und Führungskräfte finden
          Zertifikate
          Alle exklusiven Zertifikate im Überblick
          Englischkurs
          Lernen Sie Englisch