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Neue Studie : Sorgt das Homeoffice für weniger Engagement?

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Alle ziehen an einem Strang – auch im Homeoffice? Bild: Picture-Alliance

Arbeiten zu Hause – schön und gut, aber was ist mit dem „Commitment“? Würden sich die Leute mehr reinhängen, wenn sie wieder häufiger ins Büro kämen? Eine neue Studie sagt: nicht unbedingt.

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          Seit der Corona-Pandemie ist das Homeoffice zu einer gängigen Arbeitsform geworden. Doch viele Unternehmenslenker denken derzeit darüber nach, wie sie ihre Bürobeschäftigten wieder dazu bekommen, mehr vor Ort zu arbeiten. Dahinter steht häufig der Gedanke, dass vor allem Präsenz dafür sorgt, dass Mitarbeiter sich für ihr Unternehmen richtig ins Zeug legen.

          Aber stimmt das überhaupt? Zwei Forscherinnen haben jetzt untersucht, wie sich das Homeoffice auf das berühmte „Commitment“ von Beschäftigten auswirkt, also auf emotionale Bindung, Identifikation und Engagement. Und sie haben herausgefunden, dass die Möglichkeit zumindest zeitweise von zu Hause zu arbeiten, die Identifikation mit dem Unternehmen erhöht. Allerdings vor allem dann, wenn die Arbeitnehmer nicht den Eindruck haben, dass Beruf und Freizeit verschwimmen. Erleben die Beschäftigten Beruf und Freizeit als entgrenzt, sinkt die Bereitschaft, sich für den Arbeitgeber zu engagieren.

          Für diese Ergebnisse haben Yvonne Lott vom gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung und Anja Abendroth von der Universität Bielefeld Befragungsdaten aus dem Linked Personal Panel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ausgewertet. Sie nutzten dabei eine Befragungswelle aus der Vor-Corona-Zeit. So können sie pandemiebedingte Effekte ausschließen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Unternehmen in Deutschland mit mehr als 50 Beschäftigten.

          Kaum Produktivitätseinbußen

          Etwa die Hälfte derjenigen Beschäftigten, die zum Zeitpunkt der Befragung 2014/2015 im Homeoffice tätig waren, sagten, dass sich ihre Work-Life-Balance durch die Heimarbeit verbessert habe. Die andere Hälfte sagte genau das Gegenteil. Dabei besteht den Forscherinnen zufolge ein Zusammenhang zwischen Fairness in den Arbeitsbeziehungen, etwa einer als fair empfundenen Behandlung durch den Vorgesetzten, und einem positiven Empfinden von Homeoffice. Ein Mangel an Fairness bewirke hingegen, dass das Homeoffice häufig als entgrenzend empfunden werde, also die mangelnde Trennung von Beruf und Privatleben als belastend wahrgenommen wird.

          Insgesamt bejahten (zeitweise) im Homeoffice tätige Mitarbeiter Fragen zur Identifikation mit dem Arbeitgeber häufiger als ausschließlich in Präsenz tätige Beschäftigte. Solche Aussagen zum Commitment waren etwa: „Dieses Unternehmen hat einen bedeutenden persönlichen Wert für mich“ oder „Ich betrachte die Probleme des Unternehmens als meine eigenen“.

          Die Ergebnisse stehen im Einklang mit anderen Studien, die sich mit der Produktivität von Mitarbeitern im Homeoffice befasst haben. So fanden das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) während der Coronazeit in einer Befragung von rund 500 Führungskräften heraus: Es gab in der Zeit des Lockdowns und der verstärkten Homeoffice-Arbeit nur bei sehr wenigen Unternehmen Einbußen in der Produktivität. Mehr als die Hälfte der Chefs sagte, dass die Leistung der Mitarbeiter gleichgeblieben sei und mehr als 30 Prozent meldeten, dass die Produktivität sogar gestiegen sei. Lediglich 0,5 Prozent spürten starke Einschränkungen.

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