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Neue Messmethode : Parfüm-Fälschern auf der Spur

Echt oder gefälscht? Mithilfe einer neuen Methode kann man es herausfinden. Bild: Hersteller

Mainzer Forscher haben eine Methode entwickelt, um Parfüm-Plagiate und kranke Bäume rasch zu identifizieren. Dafür nutzen sie eine altbekannte chemische Eigenart bestimmter Substanzen.

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          Eine Methode, mit der sich in kürzester Zeit gefälschte Parfüms von echten oder gesunde Pflanzen von kranken unterscheiden lassen, haben Wissenschaftler aus Mainz entwickelt. Die Forscher der Gutenberg-Uni und des Max-Planck-Instituts für Chemie machten sich dafür das Phänomen der Chiralität zunutze.

          Wie Bild und Spiegelbild

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Chirale Moleküle einer bestimmten Substanz haben die gleiche Zusammensetzung, verhalten sich zueinander aber wie Bild und Spiegelbild. Oft haben diese Varianten einer Verbindung auch unterschiedliche chemische Eigenschaften. In der Natur sind meist beide Formen zu finden, aber in unterschiedlichen Mengenverhältnissen. Je nachdem, um welche Form es sich handelt, drehen chirale Moleküle polarisiertes Licht in unterschiedliche Richtungen.

          Auf diesen Effekt setzen die Mainzer Chemiker: Sie geben Gas-Proben in eine kleine Kammer, bestrahlen sie mit polarisiertem Licht und messen deren Drehung. So können sie zum Beispiel die Gesundheit von Kiefern und Pinien beurteilen: Diese enthalten den Duftstoff Pinen, der in zwei chiralen Formen vorkommt. Das Mengenverhältnis beider Molekülvarianten ändert sich, wenn die Bäume erkranken oder an Trockenstress leiden. Auf die gleiche Art lassen sich auch Parfüm-Plagiate identifizieren: Die Fälschung hat eine andere chirale Signatur als das Original. Nun hoffen die Forscher, dass eine tragbare Version ihres Messgeräts entwickelt werden kann.

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