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Neue Daten : Studenten aus den Krisenländern drängen nach Nordwesteuropa

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Bild: F.A.Z.

Die Jugendarbeitslosigkeit in den Eurokrisenländern steigt; in Spanien liegt sie schon bei mehr als 50 Prozent. Jetzt belegen neue Daten: Die jungen Menschen interessieren sich zunehmend für ein Auslandsstudium in Nordwesteuropa - wohl um dort ihre Chancen auf eine spätere Stelle zu verbessern.

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          Viele Griechen, Spanier, Italiener und Portugiesen spielen mit dem Gedanken, ihre Heimat zu verlassen. Erst vor kurzem hatte das Berliner Trendence-Institut entsprechende Ergebnisse einer Absolventenbefragung veröffentlicht. Jetzt bestätigen weitere neue Daten den Trend: Schon Schulabsolventen aus den EU-Krisenländern bewerben sich zunehmend um einen Studienplatz im europäischen Ausland. Das berichtet das Onlineportal Studyportals - eine EU-finanzierte Internetseite zur Studienwahl in Europa. Mit einem Bewerberwachstum von durchschnittlich 150 Prozent im Vergleich zu 2011 für ein Studium im europäischen Ausland liegen Griechenland, Italien, Portugal und Spanien weit über dem EU-Durchschnitt.

          Universitäten in den stabileren Nord-und Westeuropäischen Ländern bestätigen den Trend: Sie verzeichnen einen Bewerberzuwachs aus den krisengeschüttelten Ländern von 33 Prozent bis zu 100 Prozent innerhalb nur eines Jahres. Die Zahlen stehen nach Angaben von Studyportals im Zusammenhang mit der Hoffnung der Jugendlichen durch ein Studium im Ausland die späteren Karrierechancen im Heimatland zu verbessern, oder sogar eine feste Anstellung in den wirtschaftlich leistungsfähigeren Ländern zu finden.

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          Die Jugendarbeitslosigkeit in vielen europäischen Ländern geht momentan dramatisch in die Höhe - vor allem in den Krisenstaaten. In Spanien etwa ist die sie zuletzt auf einen traurigen Rekordwert gestiegen. Bei den jugendlichen Spaniern unter 25 Jahren sind mittlerweile 53 Prozent ohne Stelle.

          In Griechenland sagt mehr als jeder zweite Absolvent eines technischen Studiengangs, dass er sich nach einer Stelle im Ausland umsehen will. In Spanien und Portugal hegen jeweils mehr als 40 Prozent solche Pläne, in Italien sind es 37 Prozent, wie das Berliner Trendence-Institut kürzlich berichtet hat.

          Die Entwicklung wird noch deutlicher beim Vergleich der aktuellen Jugendarbeitslosigkeitsquote mit der Anzahl an Studenten die sich für ein Auslandsstudium bewerben: das Interesse der Jugendlichen für ein Auslandsstudium korreliert stark postiv mit den aktuellen Jugendarbeitslostigkeitsraten in diesen Ländern.

          Der Trend zum Auslandsstudium wird durch das gestiegene Angebot an international ausgerichteten Studienmöglichkeiten in Europa weiter verstärkt. Die Anzahl der angebotenen englischsprachigen Master Programme in Kontinentaleuropa ist von etwa 560 Programmen im Jahr 2002 auf mehr als  5500 im Jahr 2012 gestiegen.

          Im Durchschnitt bieten die nordwesteuropäischen Länder mehr englischsprachige Programme an als die Krisenländer im Süden. Die niederländischen Universitäten liegen dabei im europäischen Vergleich mit mehr als 1100 englischsprachigen Bachelor und Masterprogramme an der Spitze, gefolgt von Deutschland mit mehr als 900 und Schweden mit etwa 750 Studiengängen. Italien (327), Griechenland (126) und Portal (111) bieten hingegen weitaus weniger Auswahl. Mit nicht ganz 500 englischsprachen Studienangeboten ist Spanien das einzige südeuropäische Land das in Zeiten der Krise verstärkt auf international wettbewerbsfähige Studiengänge setzt und mit den nordwesteuropäischen Nachbarn Schritt zu halten versucht.

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