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Mpumi Zikalala : Mit dem richtigen Schliff

Vorzeigefrau von De Beers: Mpumi Zikalala kennt sich mit Gesteinsbrocken aus. Bild: TJ.Lemon

Diamanten zu fördern, ist Knochenarbeit. Mpumi Zikalala hat sich in dieser Männerdomäne durchgesetzt und leitet heute erfolgreich eine Mine.

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          Mpumi Zikalala lässt sich nicht so schnell einschüchtern. Auch nicht, wenn mehrere Dutzend wütend skandierende Minenarbeiter vor ihr stehen, bereit, Steine zu werfen, um höhere Löhne durchzusetzen. Die Sicherheitsleute wollten sie zurückhalten, erinnert sich die 33 Jahre alte Südafrikanerin an diesen Vorfall vor einigen Jahren. Es sei zu gefährlich, noch dazu für eine Frau, warnten die Männer. „Was soll das?“, antwortete Zikalala. „Natürlich gehe ich zu meinen Jungs, wir arbeiten jeden Tag miteinander. Wie kann ich mich da feige in einem Konferenzraum verstecken?“

          Claudia Bröll
          Freie Afrika-Korrespondentin mit Sitz in Kapstadt.

          Zikalala hat einen Arbeitsplatz, von dem Mädchen normalerweise nicht träumen. Sie ist Managerin der Voorspoed-Mine in Kroonstad, 150 Kilometer südwestlich von Johannesburg. Ihr Arbeitgeber De Beers vermutet, dass sie die einzige Frau auf der Welt ist, die eine Diamantenmine leitet. Unter Zikalalas Aufsicht tragen 400 Kumpel tonnenweise Sand ab, sprengen und zerkleinern Felsbrocken. Es ist eine Knochenarbeit, um an die kostbaren Kohlenstoffverbindungen heranzukommen, die später bei Tiffany in den Auslagen glänzen.

          Sie kennt jeden und jeder kennt sie

          Auf den ersten Blick passt die Minenchefin auch eher zu diesem Teil des Diamantengeschäfts als zu der schweißtreibenden Plackerei auf der Abraumhalde. Gestreifte Bluse, schwarze Hose, die Designerhandtasche rechts, der Blackberry links. Sie lässt sich am Besuchertisch im gerade verwaisten Büro ihres Chefs in der Johannesburger De-Beers-Zentrale nieder. Entspannt sieht sie aus, lacht viel, wechselt mit jedem ein paar Worte, der durch die offene Tür hereinschaut. Jeden scheint sie zu kennen, und jeder kennt sie.

          Dass Zikalala damals unerschrocken vor die Streikenden getreten ist, überrascht nicht. Schon ihre Körpergröße von 1,74 Metern legt nahe, dass diese Frau sich nicht versteckt. Gemeinsam mit ihrer Personalchefin habe sie die Arbeiter höflich begrüßt, so wie immer, erzählt sie weiter. Das habe für etwas Ruhe gesorgt. Einige hätten anerkennend „Mensch, Mpumi“ gerufen. So wie sie heute davon berichtet, klingt ihr Auftreten wie das Normalste der Welt. Allerdings gibt es unzählige Beispiele, in denen Tarifstreitigkeiten in Südafrika ein bitteres Ende nahmen. Nicht selten kommt es zu Todesfällen. Diesmal aber verlief alles friedlich. Als die ersten Arbeiter aus den vorderen Reihen kleinlaut hinten in der Menge verschwanden, war klar: Die Minen-Managerin hatte einen Etappensieg erreicht.

          Eine Vorzeigemanagerin für den Konzern

          Jung, weiblich, schwarz, und noch dazu couragiert - Zikalala bringt alle Attribute mit, die derzeit in Südafrika gefragt sind. De Beers kommt so eine Vorzeigemanagerin sehr gelegen. Immer noch haftet dem 122 Jahre alten Diamantenkonzern der Ruf an, nicht schnell genug auf den politischen Wandel in seiner Heimat reagiert zu haben, ein traditionsverhaftetes und vornehmlich von weißen Männern geführtes Unternehmen zu sein. Sind Frauen wie Zikalala da nur eine Einzelerscheinung? Oder doch der Beginn einer neuen Ära, wie De Beers gerne glauben machen möchte?

          Mit spürbarem Stolz erzählt Zikalala, als eines von fünf Kindern in einem abgelegenen Zechenstädtchen namens Vryheid (Freiheit in der Sprache Afrikaans) aufgewachsen zu sein. Der Name war aber eher ein Hohn für die dortige schwarze Bevölkerung. Als die kleine Mpumi geboren wurde, verbrachte Nelson Mandela gerade seine Haftzeit auf der Gefängnisinsel Robben Island. Eine Zeit schlimmster politischer Spannungen. Niemand hätte einem schwarzen Mädchen damals große Chancen auf dem Arbeitsmarkt prophezeit. In ihrer Familie - die Mutter war Lehrerin, der Vater Schulinspektor - wurde Bildung dennoch großgeschrieben. „Es gab eine ganz einfache Regel“, erklärt sie, „entweder du gehst in die Schule und lernst, oder du suchst dir eine andere Familie. Das ist kein Witz, meine Eltern waren bei diesem Thema sehr streng.“

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