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Luxemburg : Mobbingvorwürfe gegen Max-Planck-Institut

  • -Aktualisiert am

Eingang zum Hauptsitz der Max-Planck-Gesellschaft in München Bild: Max-Planck-Gesellschaft / Kai Weinsziehr

Die Mobbing-Vorwürfe gegen Max-Planck-Direktoren reißen nicht ab. Jetzt sind Vorwürfe gegen das Luxemburger Institut für internationales, europäisches und regulatorisches Verfahrensrecht laut geworden.

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          Über Mobbing und Diskriminierung in Instituten der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) wurde so oft geklagt, dass im vergangenen Jahr eine Umfrage zur Arbeitskultur bei allen Mitarbeitern durchgeführt wurde. Die Ergebnisse waren durchwachsen und sollten daher die Basis bilden, um, so die MPG, „Maßnahmen für notwendige Veränderungsprozesse“ einzuleiten. An zwei Standorten führte nachweisliches Mobbing zu Sanktionen gegen die Institutsleiter durch die MPG.

          Nun ist mit dem Max-Planck-Institut für Internationales, Europäisches und Regulatorisches Prozessrecht (MPI) in Luxemburg ein weiterer Standort von schweren Vorwürfen betroffen. Auch hier berichten Forscher von Erniedrigungen seitens einer Vorgesetzten. Mitarbeiter hätten wenig Wertschätzung erhalten und seien beschimpft oder zur Vertragsauflösung gedrängt worden. Im Einzelnen lassen sich die Vorwürfe mangels detaillierter Zeugenaussagen, auch aufgrund von Verschwiegenheitsklauseln in den Arbeitsverträgen, nicht objektiv überprüfen.

          Allerdings räumen die Direktoren Burkhard Hess und Hélène Ruiz Fabri auf Anfrage dieser Zeitung ein, dass ihnen Vorwürfe von Fehlverhalten aufgrund der Mitarbeiterbefragung im Juli 2019 bekanntgeworden seien. Sie verweisen darauf, dass „seit September 2019 keine neuen Fälle gemeldet wurden“, was darauf schließen lässt, dass es zuvor Beschwerden gab. Die Nichtmeldung könnte aber auch damit zusammenhängen, dass sich die Mitarbeiter seit Dezember 2019 auch an die von der deutschen MPG eingesetzten Vertrauensanwälte wenden dürfen. Das war zuvor nicht möglich gewesen.

          Zudem betonen Hess und Ruiz Fabri, dass alle neuen Mitarbeiter besonders darauf hingewiesen würden, „in einem internationalen Institut aufgrund der verschiedenen kulturellen Prägungen einen entsprechend aufmerksamen und respektvollen Umgang zu pflegen“. In internen Krisensitzungen mit den rund neunzig Mitarbeitern verkündete die Leitung dem Vernehmen nach, dass „dieser Sturm am MPI vorbeiziehen wird“.

          Kritik an Schweigeklausel

          Diese Einschätzung darf jedoch bezweifelt werden. Die luxemburgische Regierung, die das MPI mit jährlich rund elf Millionen Euro finanziert, hat sich inzwischen mit der Situation beschäftigt, auch wenn sie keine Einflussmöglichkeiten hat, da sie im Verwaltungsrat nicht vertreten ist. Die Gewerkschaft OGBL hat die Vorfälle zum Anlass einer landesweiten Kampagne gegen Mobbing genommen.

          Außerdem wirft die Gewerkschaft der Institutsleitung vor, gegen luxemburgisches Arbeitsrecht zu verstoßen. Dabei wird die in Arbeitsverträgen festgehaltene Schweigeklausel kritisiert, die es auch ehemaligen Mitarbeitern untersagt, mit Außenstehenden über die Arbeitsverhältnisse zu sprechen. Die MPG in München erklärt derweil, dass sich die Direktoren und der Verwaltungsrat einig seien, „dass es weiterer Maßnahmen bedarf, um die Situation am MPI für alle Mitarbeiter dauerhaft zu verbessern“.

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