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Aussteigen aus der Karriere : Bühne statt Bank

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Seinen Spitzenposten in einer renommierten Privatbank gibt Matthias Butzlaff nach mehr als zwanzig Jahren für einen großen Traum auf: Er will lieber Jazzmusiker sein.

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          „Ich will mich jetzt ganz auf die Musik konzentrieren. Für mich ist das ein neuer Lebensabschnitt”, sagt Matthias Butzlaff. Sein letzter Arbeitstag als Leiter der Unternehmenskommunikation bei Metzler, Deutschlands ältester Bank in ununterbrochenem Familienbesitz, war vor wenigen Tagen. Er habe nicht vor, neue Mandate in der Kommunikation anzunehmen. Denn schon seit seiner Jugend habe er sich insgeheim voll und ganz der Musik widmen wollen. Das werde er nun endlich tun.

          Butzlaff, 60 Jahre alt, nimmt jetzt Unterricht an verschiedenen Instrumenten. An fünf bis sechs Tagen pro Woche übe er. Hinzu kämen Auftritte mit den drei Jazzbands, bei denen er sich engagiert. In Frankfurt sind das „MainSwing-Quartett” und „TrioLogie”, in Franken „Die falschen Fünfziger”. Er ist meist am Saxophon zu finden, etwa auf Firmenfeiern oder Hochzeiten. Auch im Frankfurter Jazz-Lokal Mampf tritt Butzlaff auf. Mit „TrioLogie” spiele er dort modernen Jazz aus der Zeit bis in die 1960er Jahre hinein. Ein bekannter Vertreter sei etwa Miles Davis.

          Eine Entscheidung, die ihn Geld kostet

          Karrierewechsel bei Menschen aus der Finanzindustrie sorgen immer für Gesprächsstoff. Einige entscheiden sich, Restaurants zu betreiben. Andere werden Komiker oder Bäcker. Manchmal geht es darum, sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen, manchmal darum, Stress zu reduzieren. Für Butzlaff ist die Musik jedenfalls kein Neuland. „Mit 18 Jahren habe ich beispielsweise mit der Klarinette bei Jugend musiziert teilgenommen und einige Preise gewonnen”, berichtet er.

          Das war einmal: Butzlaff (Dritter von links) im Jahr 2018 auf einer Pressekonferenz der Metzler-Bank
          Das war einmal: Butzlaff (Dritter von links) im Jahr 2018 auf einer Pressekonferenz der Metzler-Bank : Bild: Wonge Bergmann

          Statt eine musische Karriere einzuschlagen, habe er sich damals aber entschieden, Jura zu studieren und später in die Finanzkommunikation zu gehen. Vor seiner Zeit bei Metzler war er Pressesprecher der Deutsche-Bank-Tochtergesellschaft DWS. Ganz aufgegeben habe er die Tonkunst aber auch in jenen Jahren nicht, sondern auch während seiner Zeit bei Metzler und DWS nebenbei immer ein wenig musiziert.

          „Leben kann man von dem, was ich jetzt mache, nicht. Aber ich habe finanziell vorgesorgt, so dass ich auch nicht davon leben muss”, sagt Butzlaff. „Sicher würde ich mehr Geld verdienen, wenn ich meinen Job behalten hätte. Doch darum geht es mir nicht.”

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