https://www.faz.net/-gyl-a2yje

Mehr Einheitlichkeit : Mehrheit der Bürger wünscht sich zentrale Bildungspolitik

  • Aktualisiert am

Ein handschriftlicher Gruß an die Abiturienten des Gymnasiums Mainz-Oberstadt Bild: Frank Röth

Dem neuen Ifo-Bildungsbarometer zufolge spricht sich der Großteil der Menschen in Deutschland dafür aus, dass für alle Bundesländer verbindliche Vorgaben gelten. Je nach Bildungsbereich ergibt sich allerdings ein differenzierteres Bild.

          1 Min.

          Eine deutliche Mehrheit der Bürger wünscht sich im Bildungssystem mehr Vergleichbarkeit und Einheitlichkeit. 83 Prozent der Teilnehmer des neuen Ifo-Bildungsbarometers sprachen sich für einen Bildungsstaatsvertrag aus, der für alle Bundesländer verbindliche Vorgaben macht, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch mitteilte. Lediglich neun Prozent lehnten eine solche Vereinbarung ab.

          Auch viele mögliche Einzelmaßnahmen für mehr Einheitlichkeit fanden in der Erhebung große Zustimmung. So unterstützten 85 Prozent der Teilnehmer, dass die Bundesländer untereinander die Lehrerausbildung komplett anerkennen. 90 Prozent wünschten sich eine bundesweite Vereinheitlichung der Lehrerausbildung.

          98 Prozent sprachen sich dafür aus, deutschlandweit einheitliche Abiturprüfungen einzuführen. Für den Realschulabschluss befürworteten 88 Prozent einheitliche Prüfungen, für den Hauptschulabschluss 85 Prozent.

          Über 10.000 Teilnehmer 

          Die Aufhebung des Kooperationsverbots, das dem Bund Eingriffe in die Bildungshoheit der Länder untersagt, befürwortete ebenfalls eine klare Mehrheit von 73 Prozent. Zudem äußerten 60 Prozent die Ansicht, dass wichtige bildungspolitische Entscheidungen grundsätzlich von der Bundesregierung getroffen werden sollten.

          Je nach Bildungsbereich ergibt sich allerdings ein differenzierteres Bild. Auf die Frage, welche staatliche Ebene zuständig sein solle, sagten mit Blick auf Kitas 50 Prozent, darum sollten sich die Gemeinden kümmern. 30 Prozent nannten die Bundesländer und lediglich 19 Prozent den Bund.

          Bei Schulen hingegen befürworteten 42 Prozent eine Zuständigkeit des Bundes, 48 Prozent eine Länderzuständigkeit und zehn Prozent eine Verantwortlichkeit der Gemeinden. Bei den Hochschulen nannten 53 Prozent den Bund, 41 Prozent die Länder und sechs Prozent die Gemeinden.

          Für das Ifo-Bildungsbarometer hatte das Meinungsforschungsunternehmen Respondi von Anfang Juni bis Anfang Juli 10.338 Erwachsene online befragt. Die Erhebung ist den Angaben zufolge repräsentativ für die Gesamtbevölkerung zwischen 18 und 69 Jahren.

          Weitere Themen

          Es gibt noch immer kein deutsches Harvard

          Exzellenzinitiative : Es gibt noch immer kein deutsches Harvard

          Die Exzellenzinitiative wollte deutsche Hochschulen in die Ranglisten internationaler Spitzenunis führen. Dieses Ziel wurde verfehlt – und doch der deutschen Forschung zu einer größeren Sichtbarkeit verholfen.

          Topmeldungen

          Coinbase-Gründer Brian Armstrong in San Francisco im Jahr 2016

          Brian Armstrong : Der Mann hinter dem digitalen Goldrausch

          Keine 30 Jahre war Brian Armstrong alt, als er mit Coinbase ein Unternehmen gründete, das heute wertvoller als die New Yorker Börse ist. Er ähnelt den findigen Geschäftsleuten, die während des Goldrauschs im Wilden Westen Schaufeln und Spitzhacken verkauften.
          Quantencomputer von IBM

          Quantencomputer : Wunderwaffe für die deutsche Industrie?

          Eine Zukunftstechnologie, die von Google, IBM und Co. beherrscht wird, für den deutschen Mittelstand? Die Entwicklung beflügelt die Phantasie und könnte für manche Branchen ziemlich wichtig werden.
          Blick auf die Eliteuniversität Harvard in Cambridge, Massachusetts

          Exzellenzinitiative : Es gibt noch immer kein deutsches Harvard

          Die Exzellenzinitiative wollte deutsche Hochschulen in die Ranglisten internationaler Spitzenunis führen. Dieses Ziel wurde verfehlt – und doch der deutschen Forschung zu einer größeren Sichtbarkeit verholfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.