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Tunnelbau : „Manchmal weiß man nicht, was einen auf den nächsten Metern Vortrieb erwartet“

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Ursula Wegener arbeitet seit 2015 bei Hochtief im Tunnelbau. Bild: Hochtief

Die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) ist ein großes Infrastrukturprojekt der Schweiz, zu dem auch der Ausbau des Gotthard-Basistunnels zählt. Um ganz Europa auf Schienen näher zusammenbringen, arbeiten jedoch auch in Deutschland Ingenieure am Streckenausbau, wie etwa Ursula Wegener aktuell zwischen Karlsruhe-Basel. Worum es dort genau geht, erzählt die junge Bauingenieurin (29) von Hochtief im Interview.

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          Frau Wegener, die Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel ist der wichtigste nördliche Zulauf zur Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) mit ihren zentralen Projekten Gotthard- und Lötschberg-Basistunnel. Hochtief war am Bau des Gotthard-Basistunnels ebenfalls beteiligt. Hätte Sie die Arbeit an diesem Prestigeprojekt auch gereizt?

          Natürlich! Der Gotthard Tunnel war und ist ein unglaublich spannendes Projekt. An so einem Jahrhundertbauwerk beteiligt zu sein, ist sicher ein tolles Gefühl – vor allem wenn der Tunnel dann fertig ist und tatsächlich genutzt wird. Allerdings hat mich bei meiner ersten Begegnung mit dem Tunnelbau der innerstädtische Tunnelbau, nämlich das U-Bahn-Projekt in Düsseldorf, noch viel mehr fasziniert.

          Aktuell sind Sie südlich von Karlsruhe – bei Rastatt – im Einsatz. Was ist am dortigen Tunnelprojekt das Besondere?

          Jedes Tunnelbauprojekt ist ein Unikat. Beim Tunnel Rastatt gefällt mir besonders, dass es ein anspruchsvolles Projekt mit unterschiedlichen Herausforderungen ist: Einerseits kommen hier besondere Verfahren zum Einsatz. Beispielsweise vereisen wir den Boden in sensiblen Bereichen, wo wir den Tunnel dicht unter der Oberfläche vortreiben. Andererseits übernehme ich im Projekt Verantwortung für wichtige Prozesse und Abläufe.

          Das klingt spannend. Welche Vorerfahrungen bringen Sie mit, um dort erfolgreich zu arbeiten?

          Ich habe vorher als Schichtingenieurin auf einem Tunnelbauprojekt in Österreich gearbeitet, allerdings war dort eine andere Tunnelbohrmaschine im Einsatz. Während meines Studiums habe ich verschiedene Praktika im Tunnelbau gemacht, unter anderem in London mit Hochtief, und eines auf einer U-Bahn Baustelle in Berlin. Auf beiden Projekten war eine Tunnelvortriebsmaschine mit einem Hydroschild im Einsatz, wie hier in Rastatt. Daher hatte ich zu Beginn schon gute Kenntnisse über das Vortriebsverfahren.

          Trotz alledem sprechen Sie von Herausforderungen. Wie sehen diese genau aus?

          Da ich erst 2015 voll ins Berufsleben eingestiegen bin, bin ich noch immer sehr „frisch“ in der Position. Ich habe eigentlich täglich mit neuen Herausforderungen zu tun. In der Bausauführung und vor allem im Tunnelbau weiß man manchmal nicht, was einen auf den nächsten Metern Vortrieb erwartet. Aber mit der Zeit lebt man sich ein, und da hier viele erfahrene Kollegen auf der Baustelle sind, hat man auch viel Unterstützung.

          Das Interview führte Julia Hoscislawski.

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