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Liebe zum Beruf : Leid der Leidenschaft

  • -Aktualisiert am

Wer seine Arbeit liebt, kann sich freuen – und muss dennoch aufpassen, nicht mit ihr zu verschmelzen. Bild: dpa

Wer seine Arbeit liebt, kann sich glücklich schätzen. Aber wer zu sehr mit seinem Job verschmilzt, begibt sich in Gefahr. Denn das Brennen für die Arbeit kann zum Burn-Out führen. Was hilft: Grenzen setzen.

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          Im Jahr 2019 wurde Emi Nietfeld das Herz gebrochen. Ihr Partner, den sie bis dahin sehr geliebt hatte, hatte sie maßlos enttäuscht. Fast fünf Jahre lang fühlte sie sich bei ihm geborgen und konnte sich auf ihn verlassen. Nietfeld bezeichnet ihren Partner sogar als Vater, den sie nie hatte. „Er glaubte an mein Potential und interessierte sich für meine Gefühle“, schrieb sie in einem Artikel in der New York Times, in dem sie ihrem Kummer rund ein Jahr nach der Trennung Luft machte. Denn irgendwann war der Moment gekommen, in dem Nietfelds Partner ihr nicht mehr den Rücken stärkte, obwohl sie seinen Zuspruch bitter nötig gehabt hätte. Sie packte ihre Sachen und ging.

          Nietfelds Trennungsgeschichte ist eine besondere Trennungsgeschichte. Denn ihr Herz hat nicht ihr Freund oder Ehemann gebrochen, sondern ein Unternehmen – und zwar Google. Der US-amerikanische Technologieriese beschäftigte Nietfeld von 2015 bis 2019 als Software-Ingenieurin. Vor ihrem Job bei Google, in der Highschool, war sie obdachlos und in Pflegefamilien untergebracht, wurde oft als Streberin bezeichnet und ausgegrenzt. Die Anstellung bei Google war ihr Traum, der wahr wurde. Dort fühlte sie sich pudelwohl, verbrachte viel Zeit auf dem Campus und mit ihrem Team. Als ein Kollege sie verbal belästigte, sah sie zunächst darüber hinweg. Doch dann sollte ausgerechnet dieser Kollege ihr Vorgesetzter werden. Nietfeld wendete sich an die Personalabteilung, die im Grunde nichts unternahm. Die Ingenieurin nahm erst drei Monate Urlaub, schlief keine Nacht mehr durch, kündigte schlussendlich und schwor sich, nie wieder einen Job zu lieben.

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