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Wirksame Lernmethoden : Lerntipps für Studenten | Die perfekte Prüfungsvorbereitung

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Die SRH Hochschule Heidelberg bietet Studierenden mit Problemen und Sorgen Einzel-Coachings an. Bereits seit den 1970er Jahren gibt es an staatlichen Hochschulen die Psychologische Beratung.

Hans-Werner Rückert, Diplom-Psychologe und Psychoanalytiker, leitet seit 1994 die Beratungsstelle der Freien Universität Berlin. Im letzten Jahr sind von den 1.200 Studenten, die die Beratung aufsuchten, etwa die Hälfte wegen Lern- und Leistungsproblemen gekommen, erzählt er. Und es könnten noch mehr sein: „Aber unsere personelle Kapazität limitiert das.“ Die Themen jedenfalls hätten sich in den vergangenen 30 Jahren nicht geändert, allerdings die Häufigkeit, mit der sie genannt werden: Depressionen und Prüfungsängste sind auf dem Vormarsch. Und es erscheinen jetzt mehr Studierende aus den ersten Semestern. Die Umstellung auf das Bachelorstudium, in dem ständig Prüfungen stattfinden, habe nicht den gewünschten Trainingseffekt mit sich gebracht. „Jede Studienleistung zählt für die Endnote. Das verursacht Druck.“

Wie kann man helfen? „Sie müssen die Ausgangslage klären“, sagt Hans-Werner Rückert. „Ist das jemand, dem als Kind die Perspektive gefiel, die Apotheke der Eltern zu übernehmen –, der es nun aber öde findet, sechs Semester lang im Labor zu stehen und danach ein Leben lang Schubladen aufzuziehen? Es ist nicht so leicht zu sagen, ich steig da jetzt aus. Gespräche, eventuell auch mit den Eltern, helfen, das Für und Wider abzuwägen. Oder ist die Motivation durchaus vorhanden, aber die Arbeitstechnik stimmt ein-fach nicht? Dann brauchen Sie Trainingsprogramme. Das kann man alles lernen. Wenn jemand besonders vor mündlichen Prüfungen gestresst ist, dann übt man diese Situation, nimmt die Person vielleicht auf Video auf, und sie sieht: ‚Man merkt mir ja gar nicht an, wie aufgeregt ich bin. Oder andere geben die Rückmeldung: ,Ich fand sympathisch, dass du nicht so cool warst.‘ Da gibt es überraschende Erfolge.’

Ariana Zustra, ebenfalls 24 Jahre, kennt Prüfungsangst nur aus ihrer Schulzeit: Blackout während einer Matheklausur. Einmali-ge Sache, vielleicht auch, weil ihr Lehrer so verständnisvoll reagierte und sie nachschreiben ließ. Zurzeit macht sie ein Verlagspraktikum in Hamburg und bekommt nur ein mulmiges Gefühl, wenn sie an die 55 Seiten Durcheinander denkt, die zu Hause in Tübingen auf sie warten. Ihre Bachelorarbeit in empirischer Kulturwissenschaft muss sie „auf 30 Seiten runterschlacken. Dieses Formatieren und Strukturieren finde ich lästig. Aber ich hab schon den Anspruch, dass meine Arbeit sehr gut wird.“

Dafür muss sich Ariana selbst ein bisschen austricksen: „Meine Arbeitsatmosphäre darf nicht zu eindeutig sein. Ich muss immer Musik oder Menschen im Hintergrund hören. Ich muss sehr lange ausschlafen, mir dann erst mal ein deftiges Mittagessen kochen. Im Sommer kann ich auch gut draußen arbeiten. Dann hab ich das Gefühl: Ich sitze hier in der Sonne und lerne nur nebenbei. Das hat meistens funktioniert.“

Dafür liest sie dann auch mehr als die anderen und arbeitet bis in die Puppen – was bei der Stadtplanerin Katja gar nicht geht. Die findet dann einfach nicht mehr in den Schlaf. Christian sagt, dass ihm und seinen Kommilitonen wohl auch immer dieser Gedanke helfe: „Wir müssen da alle durch.“ Und solange der Leidensdruck nicht allzu mächtig wird, sollte man unbedingt mal ausprobieren, welches Lernen zu einem passt. In der Studienzeit studiert man nämlich auch immer ein bisschen sich selbst.

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