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Wirksame Lernmethoden : Lerntipps für Studenten | Die perfekte Prüfungsvorbereitung

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Passende Räumlichkeiten schaffen

Christian Burmeister lernt lieber gar nicht mehr zu Hause, sondern an der Bucerius Law School, wo er kurz vorm ersten Staatsexamen steht. Ist er nervös? „Es verursacht mir noch keine Bauchschmerzen“, sagt er. „Aber es hilft morgens beim Aufstehen.“ Dann trifft er sich mit einem Kommilitonen, mit dem er „konzentriert, aber mit Begeisterung“ Wissen abgleicht, in einem der Kleingruppenräume im Dachgeschoss der Privathochschule. Durch das Fenster in der Dachschräge kann man gerade mal den Ham-burger Himmel betrachten. Und weil der Kopf beim Verlassen des Raumes voll ist, erinnert ein Schild neben der Tür an Wesentliches: Fenster zu! Müll raus! Licht aus! Tür zu! „Ich trenne Privatleben und Uni ganz klar“, sagt der 24-Jährige. „Hier kriege ich Routine rein.“ Nachmittags lernt er für sich in der Bibliothek, schaut sich Fälle an, erstellt Lösungsskizzen. Ein Dreivierteljahr hat er am Examensvorbereitungsprogramm der Law School teilgenommen. Jeden Freitag konnte man eine Klausur unter realen Prüfungsbedingungen schreiben, die dann auch korrigiert wurde. So etwas empfehlen Experten: Prüfungssituationen simulieren.

Christian übt, ähnlich wie Katja, meist über das Zusammenfassen und Verdichten des Arbeitsmaterials. Doch während Katja – zumindest im Bachelor – manchmal auf die jeweiligen Prüfungen hin lernen und danach alles wieder vergessen konnte (man hat dafür den nicht schönen, aber treffenden Begriff „Bulimie-Lernen“ gefunden), baut der Stoff in Jura Semester für Semester aufeinander auf. „Versteinertes Wissen“ nennt Christian es. „Bei Jura ist es schwer, eine Selbstverständlichkeit hinzubekommen, die Strukturen zu begreifen. Das geht nur, wenn die Grundsätze präsent und klar sind.“

 

Lerntipp 3: Mindmaps erstellen 

Wir behalten 10 Prozent von dem, was wir lesen. 90 Prozent von dem, was wir selber ausführen.
Wie also bekommt man den ganzen Stoff in den Kopf, womöglich sogar länger als bis zur nächsten Klausur?

Sabine Grotehusmann rät zu einer bekannten Methode, dem Mindmapping: „In der Mitte steht ein Hauptbegriff – ein Oberthema oder eine Problemstellung –, davon zweigen Äste mit Details und Fakten ab.“ Ganze Themenbereiche lassen sich damit strukturieren, veranschaulichen, verinnerlichen. Da immer nur ein Begriff pro Ast eingetragen werden soll, wird das Gebiet auf das Wesentliche reduziert. „Diese visuelle Struktur prägt sich im Gehirn gut ein. Man kann Farben einsetzen oder mit Symbolen arbeiten. Beide Hirnhälften arbeiten mit.“ Mindmaps eignen sich zudem bestens für mündliche Prüfungen, aber auch für die zeitliche Planung, etwa eines Umzuges – oder des Examens. Es gibt Computerprogramme, mit denen man sie erstellen kann, Grotehusmann empfiehlt allerdings, sie von Hand zu zeichnen, weil das – ach ja! – die rechte Hemisphäre mehr aktiviert. In ihren Seminaren lässt sie die Teilnehmer mindestens fünf solcher Mindmaps erstellen. „Man muss sich darauf einlassen und kann erst dann entscheiden, ob es einem liegt und wofür man es einsetzen möchte.“

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