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Leben und arbeiten : Athen ist der erste Gewinner der Olympischen Sommerspiele

Athen strahlt in neuem Glanz Bild: AP

Ein Goldmedaillengewinner der Olympischen Sommerspiele steht bereits fest: der Athener Bürger. Denn Griechenland hat die Vergabe der Spiele nach Athen zum Anlaß genommen, das in wenigen Jahren im Stile eines Herkules nachzuholen, was über Jahrzehnte versäumt worden war.

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          Ein Goldmedaillengewinner der Olympischen Sommerspiele steht bereits fest: der Athener Bürger. Denn Griechenland hat die Vergabe der Spiele nach Athen zum Anlaß genommen, das in wenigen Jahren im Stile eines Herkules nachzuholen, was über Jahrzehnte versäumt worden war. Unaufhörlich war Athen gewachsen, die Infrastruktur blieb aber nahezu unverändert. "In den vergangenen Jahren hat sich die Lebensqualität Athens aber erheblich verbessert", lobt Götz Funck, Geschäftsführer der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer zu Athen.
          Die Luft ist heute sauber wie in wenigen anderen Großstädten, und der Verkehr fließt besser denn je. Von Jahr zu Jahr wird in der Stadt mit der Ausdehnung Berlins, aber 4,8 Millionen Einwohnern das Netz der Metro dichter, und vor wenigen Wochen ist das letzte Teilstück der Odos Attiki eingeweiht worden, des Autobahnrings im Norden Athens. Von den Küstenvororten im Süden fährt nun eine S-Bahn am Meer entlang zur Akropolis, und von dort führt eine neue Metrolinie weiter zum Flughafen. Diese und andere Projekte hatten den Athenern das Leben über viele Jahre beschwerlich gemacht. Heute können sie es noch gar nicht fassen, daß die Distanzen in ihrer Stadt wirklich so kurz sind.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Wettbewerb der Hausbesitzer

          Auch hat sich das Erscheinungsbild der Stadt verschönert - als ob ein Wettbewerb unter den Hausbesitzern eingesetzt hätte. Eine wirklich schöne Stadt wird Athen damit aber nicht. Die Sünden der Vergangenheit bleiben. In den fünfziger und sechziger Jahren hatte die Dezentralisierung eine hohe Nachfrage nach Wohnraum geschaffen, auf kleinen Parzellen entstand viel Wohnfläche, Grünanlagen überlebten nicht. "Und die Stadtplanung hatte keine Kontinuität", klagt Kalliope Spanou, Professorin für öffentliche Verwaltung an der Universität Athen. Die Bauvorschriften seien ständig verändert worden, und daher sehe die Stadt chaotisch aus, mit unterschiedlichen Bauhöhen und Hausvorsprüngen. Selbst in diesem grauen Häuserchaos setzen sich Inseln urbanen Lebens durch. Lange vernachlässigte Stadtteile werden wiederbelebt, wie Psirri am Ende der Ormou-Straße, die vom Syntagma-Platz abzweigt. Bis vor kurzem hatten dort kleine Handwerker und Metallverarbeiter gearbeitet, das Viertel dämmerte vor sich hin. Dann entdeckten es Künstler, andere zogen nach, und Psirri wurde ein blühendes Innenstadtviertel mit einem aufregenden Nachtleben. Was in der "Plaka", der klassischen Altstadt, begonnen hat, setzt sich nach Psirri fort und bewegt sich weiter Richtung Großmarkt, wo man noch auf das "alte" Athen stößt.

          Kultur des Ausgehens

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