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Länderkooperation : Für bessere Rechtschreibung

Bild: dpa

Die Orthographie-Kompetenzen von Schülern haben sich in den letzten Jahren verschlechtert. Jetzt soll eine Länderinitiative Abhilfe schaffen. Sie setzt bei den Grundschullehrern an.

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          Gemeinsam wollen Schleswig-Holstein, Hamburg und Baden-Württemberg gegen die Orthographieschwäche ihrer Grundschüler vorgehen. Der Ländervergleich des Jahres 2016 (IQB Bildungstrend) hatte gezeigt, dass durchschnittlich 22,1 Prozent der Viertklässler den Mindeststandard beim Rechtschreiben verfehlen. Damit verschlechterten sich die Orthographie-Kompetenzen gegenüber 2011 noch einmal um 10,1 Prozentpunkte. Ziel der Länderinitiative ist nun, dass die Grundschüler am Ende der vierten Klasse so sicher lesen können, dass sie die Orthographie für Lese- und Schreibprozesse als Kernkompetenz nutzen können.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          In einer Länderkooperation wollen die drei beteiligten Länder voneinander lernen, Länderkonzepte entwickeln und dort gemeinsam handeln, wo es sinnvoll ist. Nach einem Kongress zum Thema Lesen im Sommer in Berlin hat die Bildungsministerin Schleswig-Holsteins, Karin Prien (CDU), gemeinsam mit dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen (IQSH) in Norderstedt die Auftaktveranstaltung abgehalten, weitere sollen in den beteiligten Ländern folgen.

          Konkret geht es um Fortbildungen für Grundschullehrer, die zusätzlich zu den Tagungen in fünf Webinaren geleistet werden können. Die fünf Themenschwerpunkte sind Schrift und Orthographie, Schrifterwerb, Diagnose, Rechtschreiben im Unterricht und Rechtschreibkompetenz. Denn die Kooperationspartner sind sich einig, dass die Grundschullehrer besser befähigt werden sollen, deutsche Orthographie zu vermitteln.

          Lange war die Rechtschreibung als Kernkompetenz unterschätzt worden. In den hessischen Rahmenlehrplänen der siebziger Jahre taucht sie auf, um kritisiert zu werden. Die Kultusminister haben sich in früheren Jahren auch geweigert, Orthographiekenntnisse bei Vergleichstests überhaupt zu erheben. Inzwischen sind sie allerdings einhellig der Meinung, dass die Abnehmer in Wirtschaft und Berufswelt Rechtschreibsicherheit erwarten und die Ausrede, die Orthographie werde von den Rechtschreibprogrammen der digitalen Geräte erledigt, nur bedingt taugt. Nun bleibt abzuwarten, ob sich andere Länder mit Nachholbedarf Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Hamburg anschließen, doch aus Berlin und Bremen hat man bisher nichts gehört.

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