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Kultusministerkonferenz : Das Abitur wird in Deutschland einheitlicher

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Abiturprüfung: Überall anders Bild: dpa

Ein identisches Abitur für ganz Deutschland soll es zwar nicht geben, doch haben sich die Kultusminister auf eine stärkere Vereinheitlichung geeinigt. Für die Kernfächer gibt es künftig einen bundesweit gleichen Aufgabenpool, aus dem die Länder Prüfungsfragen auswählen.

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          Das Abitur wird zwischen den 16 Bundesländern vergleichbarer. Dazu beschlossen die Kultusminister am Donnerstag in Wittenberg, einen zentralen Pool mit Abituraufgaben aufzubauen. Auch sollen die Prüfkriterien bundesweit standardisiert werden.

          Damit rücken die Länder beim Abitur so eng zusammen wie noch nie. Für einige bedeutet der Beschluss die Aufgabe spezieller, oft seit Jahrzehnten gepflegter Eigenarten bei der Reifeprüfung. Für die erste Abiturprüfung nach den neuen Regelungen wird das Jahr 2016 angestrebt. Die Kultusminister bemühen sich seit Jahren, die höchst unterschiedlichen Gepflogenheiten bei der Prüfung zur allgemeinen Hochschulreife besser unter einen Hut zu bringen.

          Basis für den neuen Aufgabenpool bilden die neuen bundesweiten Bildungsstandards für die gymnasiale Oberstufe in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch. Die Länder können Aufgaben für den Pool vorschlagen, die dann von Wissenschaftlern des ländereigenen Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) überprüft werden. Anschließend können sich die Länder aus diesem Pool die Aufgaben für ihre Reifeprüfung heraussuchen. Aufgaben für die Naturwissenschaften sollen bald folgen.

          Regelungen zu Taschenrechnern und Literaturlisten

          Zu den einheitlichen Prüfungskriterien gehört unter anderem auch die Frage, wie weit Taschenrechner bei Mathematik-Klausuren eingesetzt werden dürfen. Auch werde der Einsatz von Literaturlisten geregelt und ob Gedichtinterpretationen mit oder ohne vorliegendem Text gefordert würden, sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Stephan Dorgerloh (Sachsen-Anhalt/SPD) der Nachrichtenagentur dpa.

          Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) sprach von einem „weiteren wichtigen Schritt zur Qualitätssicherung der gymnasialen Bildung“ und zu mehr Vergleichbarkeit über die Ländergrenzen hinweg. „Die Qualität der Bildung in der Oberstufe muss gesichert werden und das Abitur soll bundesweit besser vergleichbar sein“, sagte sie.

          Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) unterstrich: „Es geht um Gleichwertigkeit, aber nicht um Text-identische Aufgaben.“ Ihr Bundesland werde die einschlägigen Erfahrungen mit dem Landes-Zentralabitur einbringen. „Im Interesse der Abiturienten sind Schnellschüsse und Aktionismus fehl am Platz.“

          Auch Hessens Kultusministerin Nicola Beer (FDP) begrüßte das Zusammenrücken der Länder beim Abitur. Die Kultusminister wollten zudem künftig einen regelmäßigen Bericht über die Entwicklung des Aufgabenpools, sagte Beer.

          Das von Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) vorgeschlagene Konzept für einen Länder-Staatsvertrag über ein bundesweit vergleichbares Abitur stand in Wittenberg nicht auf der Tagesordnung.

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