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Konzentration : Zehn Schritte zur Konzentration

  • -Aktualisiert am

Gutes Konzentrationsvermögen steigert nicht nur die Leistungsfähigkeit Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Für die Verbesserung der eigenen Leistungsfähigkeit ist eine gute Konzentration die absolute Vorraussetzung. Um diese zu fördern ist körperliche Entspannung ebenso wichtig wie eine intelligente Arbeitseinteilung.

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          Die berufliche Arbeitsbelastung steigt. „Klug handelt, wer das nicht lediglich gottergeben mehr oder weniger hilflos-resigniert zur Kenntnis nimmt, sondern sich aktiv darauf einstellt. Beispielsweise, indem das eigene Arbeitsverhalten unter die Lupe genommen wird“, sagt Verena Steiner, Expertin für bessere Denk-, Lern- und Arbeitsstrategien. Denn für Steiner, die nach Tätigkeiten an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, einer Gastprofessur in Wien und Erfahrungen im Management als Beraterin in Zürich lebt, steht fest: Wer konzentrierter arbeitet, dem gelingt nicht nur mehr und Besseres in kürzerer Zeit, der fühlt sich auch deutlich weniger unter Druck. Und das wiederum „schlägt sich in einer angenehmeren Ausstrahlung und gewinnenderen Außendarstellung nieder“. Wichtige Details in einer Arbeitswelt, in der auch der zwischenmenschliche (Verdrängungs-)Wettbewerb heftig zunimmt.

          Also, wie gelingt es, konzentrierter zu arbeiten, sich dadurch zu entlasten und gleichzeitig auch noch in ein besseres Licht zu rücken? Erster Schritt ist, die Aufmerksamkeit ganz bewußt auf den Atem zu fokussieren. Das beruhigt und unterstützt die innere Sammlung. „Erst mal tief durchatmen“ - wer kennt diesen Rat in angespannten Situationen nicht? Im nächsten Schritt richtet sich die Aufmerksamkeit dann auf die als Druckindikator oft verspannten Stellen im Körper: die zusammengebissenen Zähne, die angespannte Stirnmuskulatur, den schmerzenden Nacken-Schulter-Bereich. Ziel dieser Übung ist, sich zu entkrampfen, in sich lockerer zu werden.

          Von der Umgebung abkoppeln

          Dritter Schritt ist, sich innerlich von der Umgebung abzukoppeln. Eigentlich braucht Konzentration äußere Ruhe. Die aber ist am Arbeitsplatz meist rar und kann nur indirekt erreicht werden. Und zwar über eine veränderte Einstellung zu den äußeren Störungen. Je mehr man sich über die ärgert, desto mehr lenken sie ab. Wer belastbare Konzentrationsfähigkeit anstrebt, für den heißt es deshalb auch zu lernen, Umgebungsbeeinträchtigungen auszublenden.

          Wer das kann, für den wird es auch leichter - vierter Schritt auf dem Weg zu Konzentration -, sich nicht unterbrechen zu lassen. Gerade bei schwierigen oder ganz und gar unangenehmen Aufgaben braucht es eine gewisse Zeit, sich gedanklich und auch gefühlsmäßig in sie hineinzufinden. Dranbleiben ist deshalb besonders wichtig. Jede Störung unterbricht den Fluß der Gedanken, löscht Inhalte im Kurzzeitgedächtnis. Und löst wieder innere Unruhe aus. Steiners Rat: Hier hilft es, ein ganz selbstverständliches ungestörtes Zeitfenster für die anspruchsvollen Aufgaben in den Tag einzubauen.

          Multitasking sabotiert die Konzentration

          Mit der Zeit wird es so auch leichter, eins nach dem anderen zu tun und sich nicht im Multitasking zu verzetteln und zu verlieren, sprich, drei Dinge auf einmal zu tun. Das ist der fünfte Schritt. „Wer ständig von einer Aufgabe zur anderen springt, sabotiert seine Konzentrationsfähigkeit“, warnt Steiner. Das Gehirn gewöhnt sich außerordentlich schnell an die vielen Reize, und die Konzentration auf nur eine Sache wird bald als langweilig und frustrierend empfunden. So kann ein sprunghaftes, unkonzentriertes Arbeitsverhalten zur schlechten, sich selbst sabotierenden Gewohnheit werden.

          Auch deshalb verlangt Konzentration, einen kühlen Kopf zu bewahren. Der sechste Schritt zur Konzentration: Im Berufsalltag gibt es unzählige Situationen, wo sich alles ballt. Und wo ständig die Gefahr lauert, den Kopf zu verlieren. „Ganz einfach deshalb, weil das Gehirn dann auf den Survival Mode schaltet“ , erklärt Steiner. Und das geht so: Unter Stress werden die höheren Denkfunktionen des Großhirns weitgehend ab- und dafür entwicklungsgeschichtlich ältere, primitive Regionen angeschaltet. Nicht mehr der Frontallappen herrscht, sondern das Limbische System, das Gefühlszentrum im Gehirn.

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