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Kolumne „Nine to five“ : Mit 180 zur Arbeit

  • -Aktualisiert am

Jetzt aber schnell vorbei Bild: dpa

Den Raser im Arbeitnehmer kann man morgens nur so lange ausleben, bis die erste Kollegin auf dem Fahrrad aufkreuzt.

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          Mist, verschlafen. War gestern wohl ein bisschen spät. Dann muss es jetzt schnell gehen auf der Fahrt ins Büro. Wagen starten, und los geht’s. Zum Glück wenig los auf der A 3. Also rüber auf die linke Spur, jetzt lassen wir das gute Stück mal fliegen. Hat ja nicht umsonst 350 PS. Die erste Baustelle: nervt! Dahinter 120er-Zone: totale Fehlplanung. Aber jetzt: alles frei, kein Tempolimit mehr, und zack, mit 180 Richtung Büro. Yeah, drei Tonnen im Tiefflug. Wäre doch gelacht, wenn wir nicht pünktlich kämen. Blockieren auch keine Schnarcher in ihren Mittelklasseautos und keine Muttis die linke Spur.

          Was die Jungs vom SUV-Klub so sagen

          Gebremst wird erst an der Ausfahrt. Dann runter in den Stadtverkehr, hilft ja nichts. Geht natürlich sofort los: rote Ampeln, Tempoverweigerer, das volle Programm. Und erst die Radfahrer! Kriegen einen neuen Radweg nach dem anderen, schön rot angemalt, und bilden sich ein, sie könnten jetzt mitreden auf unseren Straßen. Die Jungs im SUV-Klub sagen, Radfahrer sind wie Schmeißfliegen. Okay, das geht vielleicht ein bisschen weit, aber sie nerven trotzdem. Wie die gucken, wenn man mit 60 an ihnen vorbeizieht. Weicheier! Wer fährt schon 50 in der Stadt? Den Strafzettel zahle ich mit links. Uhrzeit checken: Kurz vor neun, alles im grünen Bereich, die Tiefgarage ist nicht mehr weit. Da sind schon die ersten bekannten Gesichter. Oh, die Kollegin ist heute mit dem Rad gekommen, da fahren wir die letzten Meter doch mal ganz, ganz langsam. Für einen kurzen Gruß aus dem offenen Fahrerfenster ist noch Zeit: „Guten Morgen! Na, wie war die Fahrt?“

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

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