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Journal für kontroverse Ideen : Können Ideen ohne Autor überzeugen?

Auch Oxford bleibt vom Streit um die Redefreiheit nicht verschont Bild: dpa

Ein neues internationales Journal soll kontroverse Ideen anonym publizieren. Manche halten das für eine Kapitulation im Kampf für die Redefreiheit.

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          Die Debatte über ein rigides, zunehmend zensorisches Klima an Universitäten der westlichen Welt verschärft sich. Beispiele für Eingriffe in die akademische Freiheit und freie Rede gibt es zuhauf: Kontroverse Gastredner aus dem rechten politischen Spektrum wie Milo Yiannopoulos und Ben Shapiro oder der Sozialwissenschaftler Charles Murray wurden niedergeschrien oder ihre Auftritte ganz verhindert. Professoren landeten am virtuellen Pranger und bekamen einen Internetshitstorm ab, nachdem sie sich mit umstrittenen Äußerungen vorgewagt hatten. In Oxford etwa wurde der Moraltheologe Nigel Biggar heftigst angegriffen für sein Forschungsprojekt zur Ethik des Kolonialismus, in dem er dem britischen Imperialismus auch gute Seiten attestierte.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Die Situation wird als so belastend empfunden, dass vor einem Jahr der damalige britische Minister für die Universitäten, Jo Johnson, in einer Rede in Birmingham die Hochschulen öffentlich aufrief, endlich wieder die freie Rede und freie Forschung zu verteidigen und die „No-Platforming“-Politik zu beenden, die darin besteht, bestimmten Personen oder Gruppen kein hochschulöffentliches Podium zu geben. Selbstkritisch sagte dazu der Vizekanzler der Universität Birmingham, Anthony Sheldon, es sei doch „eine ziemliche Schande“, dass die Hochschulen es nicht selbst geschafft hätten, ihre Pflicht zu erfüllen.

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