https://www.faz.net/-gyl-9voh4

OECD-Studie : Was 15-Jährige mal werden wollen

  • -Aktualisiert am

Erzieherin (hier in einem deutsch-französischen Kindergarten) ist weiterhin einer der beliebtesten Berufe unter jugendlichen Mädchen. Bild: dpa

Die Industrieländerorganisation hat Pisa-Daten von 2018 und 2002 verglichen. Das Ergebnis: Die Jobwünsche der Jugendlichen sind nahezu konstant. Doch wird es all diese Berufe in Zukunft noch geben? Die OECD-Fachleute haben Zweifel.

          2 Min.

          Die Digitalisierung wird nach Ansicht vieler Fachleute die Arbeitswelt stark verändern. Weil gerade Jugendliche in ihrer Freizeit im ständigen Kontakt mit digitalen Medien sind, könnte man erwarten, ihre Berufswünsche hätten sich in den vergangenen Jahren verändert und sie träumten immer mehr von Tätigkeiten, die mit der Digitalisierung entstanden sind und entstehen.

          Lisa Becker
          Redakteurin in der Wirtschaft

          Die Industrieländerorganisation OECD hat untersucht, ob dies der Fall ist. Dafür hat sie in 41 ihrer Mitgliedsländer, auch Deutschland, Daten der Schülerstudie Pisa aus dem Jahr 2018 ausgewertet und mit Daten von Pisa 2000 verglichen. Die Studie wurde am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt.

          Digitale Berufsfelder spielen noch keine große Rolle

          „Die weitreichenden Veränderungen der Arbeitswelt spiegeln sich bislang noch nicht in den Berufsvorstellungen vieler Jugendlicher wider“, stellt die OECD fest. Auf die Frage, welchen Beruf sie mit 30 Jahren ausüben wollen, hätten die 15 Jahre alten Schüler überwiegend traditionelle Berufe genannt.

          Das lasse auf eine „insgesamt geringe Vorstellungskraft bezüglich der Vielfalt des Arbeitsmarkts schließen“, beklagen die OECD-Fachleute. Auch konzentrierten sich die Vorstellungen der jungen Menschen noch mehr als bisher schon auf wenige Berufe.

          Mädchen wollen Lehrerin werden, Jungen Mechaniker

          Der Berufswunsch gut der Hälfte der Mädchen in Deutschland ist (geordnet nach Beliebtheit): Lehrerin, Ärztin, Erzieherin, Psychologin, Krankenpflegerin, Architektin, Polizistin, Büroangestellte, Designerin oder Anwältin. 40 Prozent der Jungen in Deutschland möchten werden: Industriemechaniker, Automechaniker, Polizist, Lehrer, Ingenieur, Arzt, Architekt oder Sportler.

          Die Berufsvorstellungen von Jungen und Mädchen unterschieden sich in den untersuchten Ländern weiterhin deutlich, heißt es von der OECD. Jungen, die in Pisa in Mathematik und Naturwissenschaften gut abgeschnitten hätten, interessierten sich viel öfter für einen Beruf im Bereich Naturwissenschaften oder Ingenieurwesen, Mädchen, die in diesen Fächern gute Leistungen zeigten, wollten eher im Gesundheitswesen arbeiten.

          Schüler aus Gutverdiener-Haushalten sind ambitionierter

          Leistungsstarke Schüler aus privilegierten Verhältnissen hatten deutlich öfter ambitionierte Berufsziele – auch im Vergleich zu leistungsstarken Schülern aus benachteiligten Verhältnissen. Schüler aus einem bildungsfernen Milieu hatten zudem viel öfter eine falsche Vorstellung von dem Bildungsweg, der notwendig ist, um im angestrebten Beruf zu arbeiten.

          Die OECD hat auch untersucht, ob die Berufswünsche der Jugendlichen zukunftstauglich sind: Wird es die angestrebten Jobs in 10 bis 15 Jahren überhaupt noch geben? Nach Schätzungen der Fachleute unterliegen 39 Prozent der von den jungen Leuten genannten Berufe dem Risiko, bis dahin automatisiert zu werden, in Deutschland seien es sogar gut 45 Prozent.

          Weitere Themen

          Ackern mit Smart Data

          Landwirtschaft und KI : Ackern mit Smart Data

          KI verändert die Landwirtschaft und schafft spannende Jobs für Statistik-Fans. Nicht immer braucht es dafür Kenntnisse übers Misten, Melken oder Trecker fahren.

          Von Sparplan zu Sparplan

          Universität Halle : Von Sparplan zu Sparplan

          Im Haushalt der Universität Halle klafft ein Millionendefizit. Drastische Kürzungen stehen im Raum – wie eigentlich immer in den vergangenen dreißig Jahren. Über eine Hochschule im Dauersparmodus.

          Topmeldungen