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Studie zu Brennpunktschulen : Woher sollen die Lehrer kommen?

Aufstieg durch Bildung: Gesamtschule in Duisburg-Marxloh Bild: Stefan Finger

Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zu Brennpunktschulen zeigt, wo die Schwachpunkte bisheriger Fördermodelle liegen. Meist fehlt es gar nicht an Geld. Es fehlt an Personal.

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          Die schönfärberischen Um- schreibungen für Schulen mit schwierigen Schülern in sozialen Brennpunkten mehren sich. Von Schulen in herausfordernder Lage, in sozialräumlich schwierigen Lagen, in benachteiligten Quartieren, mit sozioökonomisch benachteiligter Schülerschaft ist ebenso die Rede wie von Brennpunktschulen. So unklar die Begriffe sind, so sehr fehlen die Kriterien für eine Definition, was eine Schule in herausfordernder Lage ist. Manche Bundesländer sind dazu übergegangen, die Schulen nach sogenannten Sozialindizes einzuteilen und ihre Ressourcen danach zu verteilen. Andere verzichten weiter darauf. Die neue Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, durch ein Startchancen-Programm Schulen in sozial schwierigen Lagen gezielt zu unterstützen. Oft genug fehlt es solchen Schulen gar nicht am Geld. Das galt zumindest bisher für Berliner Brennpunktschulen. Aber es fehlt an pädagogischem und psychologischem Personal, und es fehlt an Wissen, welche Unterstützungsprogramme und welche Maßnahmen eigentlich wie wirksam sind.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, hat die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung die Studie „Was brauchen Schulen in herausfordernden Lagen?“ in Auftrag gegeben. Sie beansprucht keine Repräsentativität, sondern gründet auf der Befragung von rund 350 Schulleitern und Lehrern an 56 Schulen in herausfordernder Lage in 20 verschiedenen Städten. Die Leitfragen der Studie, die federführend von dem Münsteraner Erziehungswissenschaftler Wolfgang Böttcher verantwortet wird und an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt werden soll, waren: Welche Unterstützung brauchen Schulleitungen und Lehrer besonders dringend, und welche Maßnahmen lassen sich daraus für die Schulen ableiten, in denen sich Problemlagen häufen? Den Sozialindizes traut Böttcher nicht allzu viel zu.

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