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Ein Lehrer berichtet : Integration durch die Schule?

  • -Aktualisiert am

Armutszuwanderung: Der Versuch, Kinder von Migranten durch Kinderstuben und Auffangklassen besser zu integrieren, gelingt nicht immer. Es ist vor allem schwer, die Eltern einzubeziehen. Bild: Stefan Finger

Anspruch und Wirklichkeit entlang des A-40-Äquators: In Duisburg sollen die Eltern von Einwandererfamilien stärker in den Bildungsprozess ihrer Kinder einbezogen werden. Funktioniert das? Ein Gastbeitrag.

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          In der Kontroverse um die mangelnden Deutschkenntnisse bei Kindern mit Zuwanderergeschichte prallen die unterschiedlichen Positionen hart und unversöhnlich aufeinander. Was der Debatte bislang zumeist fehlte, sind konkrete Daten zum Ausmaß der Probleme. Für Duisburg, eine Stadt, die bei Diskussionen um Einwanderung und Integration zuletzt häufiger im Fokus stand, liegen sie vor. Als Datenbasis des Duisburger Berichts zum Entwicklungszustand der in der Regel sechsjährigen Einschulungskinder dienen die Ergebnisse der obligatorischen schulärztlichen Untersuchungen. Eine wichtige Frage der Ärzte an die Eltern war dabei, welche Sprache mit dem Kind in den ersten vier Lebensjahren überwiegend gesprochen wurde. War es eine andere Sprache als Deutsch, liegt laut allgemeiner Definition ein Migrationshintergrund vor. In diese Kategorie fielen im Jahr 2017 ziemlich genau die Hälfte (50,1 Prozent) aller 4571 untersuchten Duisburger Einschulkinder. Was die sprachliche Kompetenz dieser 2290 Kinder anging, stellten die zuständigen Amtsärzte ferner fest, dass 16,4 Prozent über keinerlei Deutschkenntnisse verfügten, während 15,5 Prozent sich radebrechend verständlich machen konnten. Weitere 29,8 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund sprachen zwar flüssig, aber ihre Sätze waren nach Beobachtung der Ärzte von erheblichen Fehlern geprägt. Lediglich 8,2 Prozent sprachen fehlerfreies Deutsch (wobei ein eventuell bestehender Akzent nicht berücksichtigt wurde).

          Mindestens ein Drittel der Duisburger Erstklässler aus Einwandererfamilien werden es äußerst schwer haben, im gerade begonnenen Schuljahr den Ausführungen ihrer Lehrer zu folgen. Diese Kinder hinken dem Stoff von Anfang an hinterher – ein Rückstand, den trotz aller Förderung nur wenige von ihnen jemals aufholen werden. Ein erheblicher Prozentsatz unter ihnen wird, sollte sich nicht rasch etwas ändern, später als sogenannter Risikoschüler in der amtlichen Statistik auftauchen.

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