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Zu wenige Pädagogen : Die Wut bayerischer Grundschullehrer

  • -Aktualisiert am

Der Lehrermangel und die Folgen: Nichts fürchten Eltern mehr als plötzlichen Stundenausfall. Bild: dpa

Dem bayerischen Kultusminister Michael Piazolo wird vorgeworfen, er kenne sich in der Wirklichkeit der Schulen nicht aus. Woher kommt der Missmut der Pädagogen?

          5 Min.

          Anfang Januar schickte der bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) eine Mail an die Grundschulen. Sie enthielt viel Lob für die Arbeit der Lehrer. Doch die Gepriesenen empfanden das zum Teil als Hohn. Das hängt mit dem Kern der Mail zusammen: Bayern mangelt es an Lehrern. Im Ministerium wird mit etwa 1400 fehlenden Stellen an Grund- und Mittelschulen fürs kommende Schuljahr gerechnet, der größte Bedarf besteht an Grundschulen. Neue Lehrer kann man sich nicht backen. Deshalb sollen nun vor allem die in die Bresche springen, die schon da sind.

          Timo Frasch
          Politischer Korrespondent in München.

          Die Mindestzahl an Wochenstunden für Teilzeit soll künftig 24 statt 21 betragen – ausgenommen sind weiterhin Lehrer, die in familienpolitischer Teilzeit sind, sprich Kinder großziehen oder Angehörige pflegen. „Sabbatjahre“ sollen einstweilen nicht mehr genehmigt werden, ein vorzeitiger Ruhestand in der Regel erst vom vollendeten 65. Lebensjahr an. Außerdem wird ein „Arbeitszeitkonto“ eingeführt. In der „Ansparphase“ wird die Unterrichtspflichtzeit vorübergehend um eine Stunde erhöht – nicht bei allen Lehrern auf einmal, sondern nach Altersgruppen gestaffelt und nur bei denen, die jünger als 57 sind. Es wird garantiert, dass die Mehrarbeit in der „Rückgabephase“ ausgeglichen wird. Piazolo sprach hier zuletzt von „normalen Steuerungsmaßnahmen“, die es auch schon in anderen Schularten gegeben habe. Zugleich appellierte er an die Freiwilligkeit: Lehrer könnten selbst zur Entspannung an der Unterrichtsfront beitragen, etwa durch Aufschieben ihres Ruhestands.

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