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Umfrage unter Jugendlichen : Lehrer müssen digital fitter werden

  • Aktualisiert am

Schüler einer 7. Klasse lernen mit iPads im Matheunterricht Bild: dpa

Zu schlechte Geräte und zu rückständige Lehrer: Fragt man die Jugendlichen, sehen sie jede Menge Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung des Unterrichts. Auch ansonsten äußern sie sich nicht durchweg optimistisch.

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          Es ist höchste Zeit, dass die Digitalisierung flächendeckend in Deutschlands Schulen ankommt. Darüber sind sich alle Beteiligten schon eine Weile einig. Trotzdem haben sich Bund und Länder erst im Frühjahr diesen Jahres auf den sogenannten Digitalpakt verständigt. Seit Mitte August fließt jetzt auch das Geld - immerhin 5 Milliarden Euro sollen es von 2019 bis 2024 sein. Betrachtet man eine im Auftrag des Stifterverbandes erstellte Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa reicht alleine Geld für die Anschaffung von iPads, Smartboards und Co aber nicht aus.

          Die Lehrer müssen auch in die Lage versetzt werden, die neuen digitalen Möglichkeiten gewinnbringend in ihren Unterricht zu integrieren. 1000 Personen im Alter von 14 und 21 Jahren wurden von Forsa befragt. 46 Prozent von ihnen gaben an, ihre Lehrer könnten „nicht so gut„ oder „schlecht“ (20 Prozent) mit digitalen Methoden umgehen. Eine mangelnde Ausstattung ihrer Schulen sahen 53 Prozent. Ganz vorne bei den Wünschen in Bezug auf digitales Lernen lag mit 72 Prozent aber wieder die „bessere Kenntnis der Lehrer beim Einsatz digitaler Medien“.

          Auslandserfahrung nicht hoch im Kurs

          Als wichtige in der Schule erlernte Kompetenzen für den beruflichen Werdegang schätzten die Befragen vor allem „Selbstorganisation“ (70 Prozent „sehr wichtig“), „Höflichkeit und Toleranz gegenüber anderen Menschen“ (76 Prozent „sehr wichtig“) und „Kenntnisse der deutschen Sprache“ (66 Prozent „sehr wichtig“) ein. Programmier- und Softwarekenntnisse stehen weit weniger hoch im Kurs: Lediglich 17 Prozent hielten sie für „sehr wichtig“, 36 Prozent gaben „weniger wichtig“ an. Ein ähnliches Bild ergab sich mit Blick auf Auslandserfahrung.

          Was die Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem angeht, ergab die Umfrage ein pessimistischeres Bild als noch 2018. Auf die Aussage „In Deutschland haben im Großen und Ganzen alle Kinder unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft die gleichen Chancen auf eine gute Bildung“ antworteten lediglich 42 Prozent der Befragten mit „Ja“. Vor einem Jahr waren es noch 51 Prozent.

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