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Mit der Familie in Südafrika : Zwischen Auszeit und Auslandsschule

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Familie Mohler in Südafrika: Neben Schulbesuch und Arbeit blieb noch genug Zeit für Strandbesuche und einen Surfkurs. Bild: Caroline Mohler

Geht das? Raus aus dem Alltag ans andere Ende der Welt, eine Schule für die Kinder finden, die Arbeit ruhen lassen? Und ob! Ein Bericht nach drei Monaten in Südafrika.

          6 Min.

          Kann man sich als Familie ein paar Monate aus dem Alltag in Deutschland ausklinken und ins Ausland gehen? Auch die Überlegung eines Highschool-Besuchs ist bei vielen Familien mit Teenagern ein intensiv diskutiertes Gesprächsthema. Aber warum kann man beides nicht miteinander verbinden und die Auszeit mit dem Highschool-Besuch der Kinder verbinden? Würden das die Arbeitgeber mitmachen, und wie sieht es mit den Schulen aus? Diese Fragen haben wir uns als vierköpfige Familie aus Frankfurt gestellt – und festgestellt: Das geht sogar sehr gut.

          Freunde und Familie schauten ganz erschrocken, als wir von unseren Plänen erzählten, für drei Monate nach Kapstadt zu gehen. Wir wurden mit unzähligen Fragen konfrontiert, zum Beispiel ob uns der Arbeitgeber freistellt und wie wir eine Schule in Kapstadt gefunden haben. Oder was wir mit unserer Wohnung in Frankfurt machen. Fast niemand fragte nach unseren Beweggründen – und was wir uns von unserem Vorhaben erhoffen.

          Im Frühling vergangenen Jahres hatten wir die Idee, nicht nur für zwei Wochen in Urlaub zu fahren, sondern unserer Sehnsucht nach fernen Ländern nachzugeben und uns in den Alltag in Kapstadt zu begeben – mit allen Vor- und Nachteilen. Die Kinder, 12 und 15 Jahre, fanden die Idee großartig, da die Zeitspanne von drei Monaten bedeutete, dass sie weder ihre Freunde und Hobbys aufgeben noch die Klasse wiederholen müssten. Hinzu kam, dass drei Monate Auslandsaufenthalt für beide eine überschaubare Zeit darstellte, die sie sich – im Vergleich zu einem ganzen Auslandsjahr in einer Gastfamilie – durchaus zutrauten.

          Kinder sind jederzeit willkommen

          Wir waren der Meinung, dass auch uns Eltern – in der Mitte unserer 30 bis 40 Jahre Berufstätigkeit – eine Pause guttun würde. Nach kurzer Überlegung, welches englischsprachige Land in Frage käme, waren wir einig, dass Südafrika – und dort eben Kapstadt – ideal geeignet wäre.

          Die schnelle Antwort der Highschool in Camps Bay überraschte uns aber doch sehr. Selbstverständlich seien unsere Kinder jederzeit herzlich willkommen, für einen von uns zu bestimmenden Zeitraum und mit durchaus erschwinglichen Schulgebühren. Wir sollten uns nur um Schuluniformen und Bücher kümmern, ansonsten könnten die Kinder gerne im Februar starten. Beim Blick auf die Homepage der Schule waren unsere Kinder mehr als begeistert, da sie dort auf einem riesigen Sportfeld, direkt am Meer, Hockey, Tennis, Rugby und Cricket spielen könnten und die Schule einen ziemlich entspannten und weltoffenen Eindruck machte.

          Homeoffice in Kapstadt

          Die nächste Hürde waren unsere Arbeitgeber. Aber auch dies erwies sich durchaus als machbar. Da Kapstadt in derselben Zeitzone wie Deutschland liegt, liegt die Möglichkeit des Homeoffice auf der Hand. Und für den Arbeitgeber sind drei Monate eine überschaubare Zeit, die auch bei einer Elternzeit, Krankheit oder Ähnlichem zu überbrücken sind. Zumindest wurde uns signalisiert, dass man die Idee unterstütze – unter der Bedingung, dass mein Mann in Teilzeit die wichtigsten Projekte von Kapstadt aus weiterverfolgen würde. Mir wurde eine Zweiteilung von bezahltem und unbezahltem Urlaub eingeräumt, so dass mir tatsächlich drei volle Monate Freizeit bevorstanden.

          Etwas Bauchschmerzen hatten wir allerdings vor dem Termin mit der Schule in Frankfurt. Sicher würden sie uns einige Bedingungen auferlegen oder den Zeitpunkt von Februar bis Mai für extrem ungünstig erachten, da er mitten im zweiten Schulhalbjahr liegt.

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