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Kritik an Schulpolitik : Steinmeier: Krise entblößt Schwächen im deutschen Bildungssystem

  • -Aktualisiert am

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (rechts) verleiht den Deutschen Schulpreis 2021 Spezial in der Kategorie „Selbstorganisiertes Lernen ermöglichen“ an die Städtische Gesamtschule Münster-Mitte in Nordrhein-Westfalen (Aufnahme vom Montag in Berlin). Bild: dpa

Die Politik muss sich mehr um die Nöte der Schüler in der Pandemie kümmern. Das sagte Bundespräsident Steinmeier bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises. Viel Lob hatte er dagegen für Schüler, Lehrer und Eltern.

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          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat an die Politik appelliert, sich mehr um die Nöte der Schüler in der Pandemie zu kümmern. Schon vor der Pandemie hätten Herkunft und finanzielle Möglichkeiten einen viel zu großen Einfluss auf den Bildungserfolg gehabt, sagte Steinmeier am Montag anlässlich der Verleihung des Deutschen Schulpreises. „Es ist bitter, dass Leistungsunterschiede in der Corona-Zeit nun sogar noch größer werden könnten.“ Das dürfe man nicht hinnehmen. Das Aktionsprogramm der Bundesregierung sei ein erster, wichtiger Schritt gewesen, doch weitere müssten folgen.

          Steinmeier kritisierte, die Krise entblöße die Schwächen im deutschen Bildungssystem. Das Land stehe nicht da, wo es stehen sollte. Das gehe nicht nur zu Lasten der Kinder und Jugendlichen, sondern auch von Eltern und Lehrern. Zum Beispiel seien an manchen Schulen schon vor der Krise zu wenige Lehrer im Einsatz gewesen; dort sei es nun besonders schwierig, den Distanz- und Wechselunterricht zu stemmen. Und wo ohnehin digitale Technik und das Know-how fehlten, da werde es nun zur Herkulesaufgabe, Unterricht online zu organisieren.

          „Keine Zeit zu verlieren“

          Die Probleme der Schüler beschrieb der Bundespräsident auf mehreren Ebenen. Einerseits müssten sie Stoff nachholen. Ausgerechnet diejenigen, die ohnehin viel Unterstützung brauchten, seien weiter zurückgefallen. Es seien oft jene, die in der Pandemie keinen eigenen Arbeitsplatz zu Hause hätten, keinen Computer, kein Internet. Andererseits hätten die Kinder und Jugendlichen auch seelisch gelitten. Viele hätten ihre Freunde vermisst, manche unter der häuslichen Enge gelitten, und einige seien auch vor Einsamkeit krank geworden. Steinmeier rief dazu auf, jetzt alles zu tun, damit die Schüler möglichst bald in die Klassenzimmer zurückkehren könnten. „Ob es um die rasche Impfung der Lehrkräfte geht, um Lüftungsanlagen, Teststrategien, digitale Aufrüstung oder Nachhilfeangebote: Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

          Um die negativen Folgen der Schulschließungen zu mildern, werde auch Geld nötig sein. Die öffentliche Verschuldung steige durch die Bekämpfung der Pandemie zwar. „Aber an Bildung dürfen wir nicht sparen.“ Viel Lob fand der Bundespräsident dafür, wie Schüler und Lehrer der Pandemie getrotzt hätten. Viele Pädagogen seien über sich hinausgewachsen, um für die Schüler da zu sein, und hätten kreative Ideen für den Unterricht auf Distanz entwickelt. Er danke ihnen für ihren Einsatz: „Ihre Arbeit ist nicht nur systemrelevant, sie ist zukunftsrelevant.“

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