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Schöne Feier, großes Risiko : Schuldenfalle Abiball

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Schlicht war gestern. Bild: dpa

Das Abitur wird immer pompöser gefeiert. Längst haben sich auch Eventagenturen auf Abibälle spezialisiert. Wer die Feier organisiert, kann aber unschöne Überraschungen erleben.

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          Vor Jahren hat es vielfach noch die schnöde Schul-Aula getan, heute finden Abibälle oftmals in weitaus pompöserem Ambiente statt. Da liegen die Kosten für das Gesamtpaket aus prächtig ausstaffiertem Saal, Bühnentechnik und Security-Personal schnell mal im niedrigen fünfstelligen Bereich. Und da der große Tag natürlich nicht nur im engsten Familienkreis gefeiert werden soll, muss auch für Buffet und Getränkeauswahl ein ordentliches Budget eingeplant werden. Die Eintrittskarten kosten so schnell 50 Euro oder mehr. Kein Wunder, dass sich mittlerweile diverse Eventagenturen auf das Geschäft mit dem Abschluss spezialisiert haben.

          Nun sind frisch gebackene Abiturienten – verständlicherweise – in den seltensten Fällen erfahrene Event-Manager. Auch Erfahrung mit Verträgen oder Versicherungen hat man in diesem Alter in der Regel kaum. Bei einer Veranstaltung wie einem ausladenden Abiball ist aber eigentlich genau das vonnöten.

          Sind zum Beispiel im Vertrag mit der Agentur mehr Gäste vorgesehen, als tatsächlich Karten verkauft werden, kann schnell ein sattes Minus zu Buche stehen, dass aus der Stufenklasse beglichen werden will. Rein rechtlich gesehen, geht vor allem die Person ins Risiko, die den Vertrag unterzeichnet.

          Welche Leistungen stehen eigentlich im Vertrag?

          Die Verbraucherschutz-Organisation „Stiftung Warentest“ verweist in ihrer Zeitschrift auf eine Berliner Abiturientin, die letztlich durch ihre Unterschrift zur offiziellen Veranstalterin des Abends wurde und auch in dieser ungewollten Funktion auf der Einladungskarte vermerkt war. In diesem Fall sagte die Abi-Klasse die Veranstaltung schlussendlich ab, da der Kartenvorverkauf schlecht lief und ein Verlustgeschäft absehbar war. 8375 Euro Stornierungs­kosten stellte der Veranstalter daraufhin in Rechnung.

          Stiftung Warentest rät daher etwa dazu, vorab unbedingt die Gästezahl verbindlich festzurren: Wer eine bestimmte Zahl an Karten beansprucht, muss die bestellten Eintritts­karten auch bezahlen – ganz gleich, ob die Hälfte der Verwandtschaft aus diversen Gründen am Ende verhindert ist. Auch eine Veranstalterhaft­pflicht­versicherung sei sinnvoll und selbstverständlich sollte man akribisch prüfen, welche Leistungen der Vertrag vorsieht, damit am Ende nicht irgendein Posten auftaucht, der weder abgesprochen noch überhaupt gewünscht war.

          Im Idealfall hat die Klassenstufe in den Jahren zuvor über kleinere Partys, Verkaufsaktionen oder Sponsoren einen Anteil der jetzt benötigten Summe eingenommen. Manchmal sind die Partys im Vorfeld ja sogar besser als der große Ball zum Abschluss.

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