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Mehr Geld für Prävention : Was Schulen gegen sexuellen Missbrauch tun können

Wenn Schulen sexuellen Missbrauch erkennen, können sie einschreiten. Bild: Picture-Alliance

Die Schulen bekommen fünf Millionen Euro vom Bund, damit sie mehr gegen sexuellen Missbrauch unternehmen können. Wirksame Präventionskonzepte sollen so schneller einen Weg in die Schulpraxis finden.

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          Mit fünf Millionen Euro zusätzlich will das Bundesbildungsministerium den Transfer wirksamer Präventionskonzepte gegen sexuellen Missbrauch für Schulen voranbringen. Das Bundesbildungsministerium fördert die Forschung in diesem Bereich schon mit 24 Millionen Euro im Rahmen des Programms zur empirischen Bildungsforschung. Lehrer benötigten fundiertes Wissen und Handlungsempfehlungen, um möglichen Missbrauch rasch zu erkennen. In einer gemeinsamen Fachtagung „Sexuelle Gewalt und Schule: Aktuelle Forschungsergebnisse für die schulische Praxis“ am Donnerstag und Freitag in Berlin soll es um einen besseren Transfer neuester Forschungserkenntnisse in die Schulpraxis gehen.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, sagte, er sehe die Schulen in erster Linie als Schutzorte im Kampf gegen sexuelle Gewalt. Lehrer müssten deshalb für Interventionsmöglichkeiten geschult werden und das nötige Wissen erwerben. Außerdem hätten erst 16 Prozent der 30.000 Schulen ein umfassendes Schutzkonzept gegen sexuellen Missbrauch. Freiwilligkeit allein genügt Rörig nicht. Er forderte deshalb die Bundesländer auf, in ihren Schulgesetzen die Einführung und Anwendung schulischer Schutzkonzepte verbindlich zu regeln und die nötige personelle und finanzielle Unterstützung zur Verfügung zu stellen.

          Die erste Vizepräsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), sagte, die Zeit der Schulschließungen während der ersten Corona-Monate habe gezeigt, wie wichtig öffentliche Bildungsinstitutionen als Schutzräume seien. Die Schulen müssten aber bereits Schutzkonzepte gegen Drogen, Gewalt und vieles mehr entwickeln, es sei die Frage, ob es jeweils ein eigenes Schutzkonzept brauche.

          Längst hätten alle Länder Maßnahmen zum Schutz der Schüler vor sexuellen Übergriffen, sexuellem Missbrauch und Gewalt verwirklicht. Sie erhoffe sich praxisnahe Vorschläge von der Forschung. So könnten zum Beispiel Präventionsprojekte, die im Jugendsport funktionierten, in veränderter Form auch im Schulsport eingesetzt werden. Vor allem aber müssten Lehrer die Signale wahrnehmen, die Kinder und Jugendliche aussenden, die von sexueller Gewalt zu Hause, durch Gleichaltrige oder im Internet betroffen sind. Durch die digitalen Medien hat sich die Gefahr sexueller Gewalt erheblich erhöht.

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