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Verzahnung im Bildungssystem : Nach dem Bildungsrat soll’s ein neues Gremium richten

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Wie kann Schule zwischen den Bundesländern besser verzahnt werden? Über diese Frage wird in Deutschland schon lange gerätselt. Bild: dpa

Verschiedene Ferienzeiten, unterschiedliches Abitur: Eigentlich sollte ein „Nationaler Bildungsrat“ solche Themen zwischen den Bundesländern verzahnen, doch er scheiterte. Die Kultusminister haben nun einen neuen Vorschlag – der irgendwie ähnlich klingt.

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          Wie werden Abiturnoten in Deutschland vergleichbarer, wie kann der Schulwechsel vom einen ins andere Bundesland bei einem Umzug erleichtert werden – diese Fragen sollte eigentlich ein „Nationaler Bildungsrat“ beantworten. Das Vorhaben scheiterte am Widerstand Bayerns und Baden-Württembergs, die zu viel Einfluss aus Berlin befürchteten. Die Bundesländer haben nun auf ihrer Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin beschlossen, einen eigenen Expertenrat ohne den Bund zu gründen, der allerdings die gleichen Ziele verfolgen soll.

          Das Gremium solle zügig eingerichtet werden, sagte der hessische Bildungsminister und Präsident der Kultusministerkonferenz, Alexander Lorz (CDU), am Freitag nach Abschluss der Beratungen.

          Wie genau das Gremium heißen soll, steht noch nicht fest. Besetzt werden soll der Rat weniger mit Politikern, sondern vor allem mit Wissenschaftlern. Sie sollen Handlungsempfehlungen für die Bundesländer für eine bessere Abstimmung in Bildungsfragen erarbeiten. Die Länder streben außerdem für das kommende Jahr den Abschluss eines Staatsvertrags oder einer Ländervereinbarung an, um ihre Zusammenarbeit in Bildungsfragen auf eine ganz neue Grundlage zu stellen. „Das wäre nach vielen Jahrzehnten das erste Mal, dass wir wieder so ein umfassendes Abkommen in der KMK schließen“, sagte Lorz.

          Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte am Freitag, die Schulsysteme von Flensburg bis Friedrichshafen müssten besser aufeinander abgestimmt und vergleichbarer werden. „Wir brauchen verbindliche Regelungen, die in allen Bundesländern gelten. Ein Vertrag zwischen den Ländern für eine bessere Bildung ist dafür der richtige Weg und ein starkes Signal.“

          Deutsch als Bildungssprache

          Neben dem Expertenrat, haben die Kultusminister sich mit dem Thema richtiges Lesen, Schreiben, Zuhören und Sprechen befasst – Grundkompetenzen für den weiteren Bildungs- und Lebensweg. Die KMK empfiehlt den Bundesländern, ihre Bildungspolitik künftig darauf auszurichten, dass sprachliche Bildung und Sprachförderung über alle Etappen hinweg – vom Kindergarten über die Grundschule bis zum Sekundarbereich – eine wichtige Rolle einnimmt. Sprachförderung solle sich nicht nur auf den Deutschunterricht beschränken, sondern müsse als Querschnittsaufgabe verstanden werden, sagt KMK-Präsident Lorz. „Jede Stunde ist eine Deutschstunde.“

          Als Beispiel für Sprachförderung nannte Lorz auch verpflichtende Sprachkurse für angehende Grundschulkinder mit schlechten Deutschkenntnissen. In Hessen ist so etwas geplant. Die Kultusminister empfehlen zudem einen „sprachsensiblen Unterricht an beruflichen Schulen“, unter anderem, damit Azubis, die nicht deutsche Muttersprachler sind, in der Ausbildung und im Beruf später erfolgreich sein können.

          Die Kultusmister trafen auch eine Prognose zur künftigen Entwicklung der Lehrerzahl, die aber schon vorab bekannt geworden war. Demnach kapriziert sich der Lehrermangel vor allem auf die Grund- und Hauptschulen.

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