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Nationaler Bildungsbericht : Was wird aus den Schulabbrechern?

Was tun? Die Zahl der Schulabbrecher steigt weiter. Bild: dpa

Es ist erschreckend, dass die Gruppe der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss im neuen Bildungsbericht um zwanzig Prozent gewachsen ist. Denn ein Bildungsprekariat muss mit allen Mitteln verhindert werden.

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          Zu den wenigen positiven Befunden des achten nationalen Bildungsberichts gehört, dass das Schulsystem durchlässiger geworden ist. So kann niemand mehr sagen, dass nach der letzten Grundschulklasse schon über die weitere Bildungsbiographie entschieden sei. Ganz im Gegenteil: Umwege, späte Entscheidungen – all das macht das Bildungssystem möglich. Und damit war nicht unbedingt zu rechnen, denn der Trend zur Zweigliedrigkeit im Schulsystem bei den weiterführenden Schulen hat Durchlässigkeit zunächst nicht gerade gefördert. Denn in einigen Ländern konnten Gymnasiasten nicht auf eine Sekundarschule wechseln, weil das sogenannte „Abschulen“ nicht zulässig war.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Es ist allerdings erschreckend, dass die Gruppe der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss noch einmal um zwanzig Prozent gestiegen ist, obwohl das Ziel des Bildungsgipfels in Dresden vor zwölf Jahren war, die Zahl der Schulabbrecher zu halbieren. Weil so viele die Schule ohne Abschluss verlassen, beenden auch immer mehr junge Leute zwischen 25 und 34 Jahren ihre Berufsausbildung nicht. Die wachsende Digitalisierung erschwert die Beschäftigungschancen für Geringqualifizierte, denn im Zweifel wird der Roboter es irgendwann besser können. So bleibt nur zu hoffen, dass die Autoren des Bildungsberichts mit ihrer Forderung durchdringen, dass Betriebe auch Jugendliche ohne Schulabschluss ausbilden, falls die sich als willig erweisen. Ein Bildungsprekariat darf es jedenfalls nicht geben.

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