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Mythen der Didaktik : Bitte nicht aufgepasst!

  • -Aktualisiert am

Pädagogisch wertvoll: Interaktion im Klassenzimmer Bild: dpa/Bearbeitung F.A.Z.

Unter den Stichwörtern „Unterrichtsbeteiligung“ und „lernendes Lernen“ schafft die Pädagogik den Lehrer ab und versöhnt die Gesellschaft mit ihrer Unbildung.

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          Ein beliebter Vorwurf an die Schule ist, sie würde neuere Entwicklungen verschlafen. Umso bemerkenswerter, wenn das einmal nicht geschieht. Als die sozialen Netzwerke aufkamen, in denen nicht mehr wenige Produzenten vielen Konsumenten gegenüberstehen, sondern aktive User unter sich sind, war das ironischerweise von den neue­ren Unterrichtsmethoden schon vorweggenommen worden. Stichwort „Unterrichtsbeteiligung“: Seit einigen Jahrzehnten geht man aufs Selbstverständlichste davon aus, es sei wünschenswert, den in­struierenden Lehrer von der Bildfläche verschwinden zu lassen und die Schüler stattdessen von Anfang bis Ende vollständig in das Unterrichtsgeschehen „einzubinden“. Unterricht müsse sich, heißt es, „handlungsorientiert“ vollziehen.

          Die Rundum-Integration in den Unterrichtsablauf wird dabei so verstanden, dass sich die Schüler unablässig „einbringen“, sei es, dass sie sich im Plenum äußern, einen Text lesen und dazugehörige Fragen beantworten oder in einer Gruppenarbeit begriffen sind. Die Aufgabe des Lehrers besteht darin, im Hintergrund die Abläufe zu gestalten und schweigend die Geschehnisse zu regis­trieren, ähnlich wie heute die Algorithmen die Aktionen der User mitlesen.

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